2 x 4 = 6

Gemeldet mit zwei Viererteams wollten wir Bergbeißer uns aus dem Sauerland nach Idstein aufmachen. Kurzfristig mussten Sven und Jörg leider krankheits- bzw. arbeitsbedingt absagen. Was nun? Es blieben nur sechs Bergbeißer übrig. Lucky, Frank und ich reisten schon amFreitag an. Bei der Ankunft war das Rennbüro für die Ummeldung schon geschlossen. Dafür ging es rechtzeitig zur Pastaparty. Anschließend führte uns der Weg noch in die sehenswerte Altstadt. Dort wurde erst Fußball geguckt und Bier getrunken, ehe nach dem Abpfiff nur noch Bier getrunken wurde. In der Hexenturmhalle haben wir dann übernachtet. Mit uns haben nur drei weitere Personen in der Halle geschlafen – alle anderen am Zeltplatz.

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Martin (Snowder), Helmut, Bernard, Frank, Alessandro und Steve (v.l.n.r.) starteten in Idstein im 6er Team

Am nächsten Morgen haben wir in der Bäckerei gefrühstückt und anschließend die Rennleitung wegen Ummeldung auf 6er Team informiert. Diese musste aber erst den Zeitnehmer informieren, der allerdings noch nicht vor Ort war. Dann traf der Rest des Teams ein: Ventil, Bernard und Steve. Wir hatten etwa 200 qm Platz für uns in der Halle. Erst wenige Minuten vor dem Rennstart schaffte es der Zeitnehmer, unsere Transponder umzuprogrammieren. Ansonsten hätten wir mit zwei Dreierteams starten müssen – dann hätte ich meine Radfahrerkarriere endgültig an den Nagel gehangen!

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Eine letzte Stärkung vor dem Startschuss in der ortsansässigen Bäckerei

Dann war es 13 Uhr und unser Startfahrer Steve konnte gleich zeigen, was er drauf hatte – und das konnte sich auch sehen lassen. Steve hat sofort eine 16-Minuten-Runde in Dreck und Felsen gezirkelt. Diese Zeit wurde von unserem Team auch nicht wieder erreicht, von ihm selber übrigens auch nicht mehr. Wir sind zunächst im 2 Runden Rhythmus gefahren. 1 Runde entspricht 6,3km und 125 Hm. Die Strecke war richtig gut mit super Trails, welche leider nach einem Sturzregen am Abend etwas schwieriger zu fahren wurden. Es gab einige Unfälle, von schweren Unfällen hörte man aber nichts, nur ein paar Armbrüche. Unser Team hatte ebenfalls einen Sturz (Venti) zu beklagen, der bis auf ein paar Schürfwunden, ein defektes Schaltwerk und einem defekten Schalthebel zum Glück glimpflich abging. Dazu noch ein Platten von Frank, der sich noch laufend ins Ziel rettete und telefonisch den nächsten Fahrer informieren konnte. Anfangs zwischen Platz 16 und 18 pendelnd, fielen wir in der Nacht leider bis auf Platz 24 in der Konkurrenz der 6er-Teams zurück, obwohl wir gefühlt gar nicht so schlecht unterwegs waren.

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Das Basislager der Bergbeißer in der Hexenturmhalle

Diesen Platz behielten wir auch bis zum Ende. Für mich war es das erste 24h Rennen und es ist schon ein ungewohntes Gefühl, wenn man kurz eindöst und dann um 3 Uhr in der Nacht lautstark geweckt wird mit den Worten: „In 20 Minuten musst Du losfahren.” Es kommen einem dann schon gewisse Zweifel, ob man sein Leben richtig geplant hat. Insgesamt habe ich drei Stunden geschlafen und war damit sicherlich führend in der Teamwertung (wenigstens etwas). Nachts haben wir auf einen 3-Runden Rhythmus umgestellt, damit die Pausen etwas länger wurden – die Rundenzeiten aber auch. Nach 24h durfte unser Startfahrer Steve auch als Schlussfahrer ins Ziel einfahren und unter dem tosenden Jubel von einigen hundert Zuschauern und Fahrern konnte das Rennen erfolgreich beendet werden.

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Endlich geschafft: Schlussfahrer Steve absolvierte die letzte Rennrunde

Auf der Rückfahrt haben Lucky und ich uns mit Kaffee und RedBull wachgehalten, sonst hätten wir uns in Limburg schon ein Zimmer nehmen müssen.

Euer Snowder