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Berit Hamme

Two times in a row

von |Juni 11th, 2018|

Two times in a row

Oder auch… zwei Versuche. Denn genau das waren die letzten beiden Läufe für mich. Alles fing damit an, dass sich eine Kollegin den Santander Marathon für ihre Laufpremiere ausgesucht hatte. Nein keine Angst, sie wollte nicht gleich die Königsdisziplin – den Marathon – laufen, sondern sich zuerst einmal an die 10 km herantrauen. Und so ließ ich mich mit den Worten “Ich laufe den aber nur, wenn du mit mir läufst”, dazu überreden, die 10 km mit Nadine gemeinsam zu laufen. “Kein Problem”, dachte ich mir. Denn immerhin bin ich den Santander Marathon im vergangenen Jahr bereits auf der Halbmarathon-Distanz gelaufen.

Glückliche Finisher beim Um-die-Wette-strahlen in der Fotobox

Glückliche Finisher beim Um-die-Wette-strahlen in der Fotobox

Wie sich herausstellte, hatten Nadine und ich doch recht unterschiedliche Vorstellungen davon, was wir am 03.06.2018 in Mönchengladbach erzielen wollten. Während ihr Motto lautete, es möglichst irgendwie ins Ziel zu schaffen, habe ich mir ein doch ehrgeizigeres – und wie sich herausstellte – wahnwitzigeres Ziel gesetzt: Ich wollte die 10 km in unter einer Stunde schaffen. Und so trennten sich unsere Wege recht schnell – ungefähr ab km 3. Nachdem ich schon einige Male auf der Stelle gelaufen bin und mir erst ihre Erlaubnis eingeholt habe, bin ich also im wahrsten Sinne davon gelaufen. Insgesamt habe ich es leider doch nicht geschafft, unter einer Stunde ins Ziel zu kommen. Und so lag meine netto Zieleinlaufszeit bei 1:07:29 h. Am nächsten Tag bei meinem üblichen Montagslauftreff – ja, mir taten in der Tat alle Muskeln weh und ich habe mich auch mehrmals gefragt, was ich mir dabei gedacht habe, meinen Muskelkater locker auszulaufen – traf ich auf einige Mitläufer vom Santander Marathon. Wir waren uns alle einig: Eine an und für sich sehr coole Veranstaltung von der Santander Consumer Bank, nur leider ist Mönchengladbach keine Laufstadt. Das haben wir vor allem daran gespürt, wie wenige Zuschauer an den Straßenrändern standen.

Berit zeigt sich vor dem Start des NEW-Citylaufes in Erkelenz gut gelaunt

Berit zeigt sich vor dem Start des NEW-Citylaufes in Erkelenz gut gelaunt

In den Gesprächen mit den Mitläufern hat sich schnell herauskristallisiert, dass einige am 10.06.2018 an einem nächsten Lauf teilnehmen wollten: Der NEW Lauf in Erkelenz. Mein Ehrgeiz war wieder gepackt und ich habe mich gleich noch am Montag für den nächsten 10 km-Lauf angemeldet. Vielleicht könnte ich es ja dieses Mal schaffen, unter einer Stunde ins Ziel zu kommen. Und so ging es also genau eine Woche nach dem Santander Marathon nach Erkelenz. Schon morgens stellte sich heraus, dass der Sonntag warm werden würde. Der Start des Laufes war erst um 16:15 Uhr. So konnten die Temperaturen noch schön auf ihr Maximum steigen und sich der Asphalt rund um den Erkelenzer Lambertusmarkt aufheizen. Eine kleine Runde und sechs große Runden zwischen stechender Sonne und Wärme-ausstrahlendem Asphalt wurde ich dieses Mal ausgiebig angefeuert. Erkelenz ist wohl eher eine Laufstadt als Mönchengladbach. Das Ergebnis: 01:06:34h. Die Stunde wieder nicht geschafft. Aber vielleicht findet sich dieses Jahr noch der ein oder andere Lauf, bei dem ich mein Glück versuchen kann. Denn eines bleibt, Laufen macht Spaß und das Gefühl, ins Ziel zu kommen ist unbeschreiblich.

Ein Lauf für den Arbeitgeber und den guten Zweck

von |Juni 7th, 2017|

Ein Lauf für den Arbeitgeber und den guten Zweck

Die Santander Consumer Bank in Mönchengladbach hat es mit den Sportevents nicht leicht gehabt. Letztes Jahr musste der erste Santander Marathon aufgrund von Unwetterwarnungen abgesagt werden. Was soll ich sagen – Glück für mich. Denn so konnte ich bei dem ersten Santander Marathon am Pfingstsamstag live dabei sein. Und nicht nur ich. Als ich von meiner Laufgruppe und meinen Kollegen erfahren habe, dass der Santander Marathon dieses Jahr einen zweiten Versuch wagt, war ich sofort voller Elan. Die Tatsache, dass Santander 10 Euro pro Läufer für einen guten Zweck spendet, hat meine Entscheidung bestärkt. Und so habe ich natürlich direkt Sven und Torben von dem Lauf erzählt und sie gebeten, mich bei dem Lauf zu unterstützen. Ich muss allerdings sagen, dass dabei mehr Überzeugungskraft vonnöten war, als gedacht. “Ich glaube, ich laufe dann aber nur die 10km Runde”, so Sven. Ich schätze, sein männliches Ehrgefühl hat im Ende gesiegt. So haben sich Torben, Sven und ich für die Halbmarathon Distanz angemeldet. Das ist nichts Neues – immerhin sollte es mein vierter Halbmarathon werden. Etwas ungewohnt war allerdings die Startzeit: 16:30 Uhr. Das stellte uns natürlich erstmal vor logistische Schwierigkeiten – wie zum Beispiel vor die Frage, was essen wir und wann essen wir? Im Endeffekt hat dann der Glaube an Kohlenhydrate gesiegt und so haben wir uns um 14 Uhr eine große Portion Pasta gegönnt. Direkt danach stieg meine Nervosität. “Wie soll ich das nur schaffen. Ich bin doch kein bisschen auf einen Halbmarathon vorbereitet”, kreisten meine Gedanken. Und sie trügten mich nicht. Denn der Lauf war hart und die Argumente von Sven und Torben, dass das Streckenprofil hier in Mönchengladbach ja im Vergleich zu dem P-Weg keinerlei Höhenmeter hätte und es dementsprechend nicht so anstrengend werden könnte trafen für mich keineswegs zu.

Berit, Torben und Sven warten gespannt auf den Startschuss

Berit, Torben und Sven warten gespannt auf den Startschuss

Aber beginnen wir von vorne. Kurz vor dem Start zogen dicke Gewitterwolken auf, es grummelte und Unheil drohte. Aber das war schnell vorbei und kurz vor Start kam die Sonne wieder raus. Es war heiß und schwül. Aber die Stimmung an der Strecke war gut und motivierte. Quickspots und Hotspots entlang der Strecke, an denen Musik von unterschiedlichen Epochen gespielt wurde, kurbelten meinen Ehrgeiz an. Ebenso wie ein paar meiner Santander Kollegen und Kolleginnen, die mich vom Seitenrand angefeuert haben. Aber nach der ersten Runde durch die Mönchengladbacher Innenstadt war ich kurz davor, aufzugeben. Die Beine waren schwer, die Knie schmerzten und der Ehrgeiz schwand immer mehr. Nur der Gedanke daran, wie mich die beiden Jungs aufziehen würden, würde ich jetzt aufhören hielt mich davon ab, nach den ersten 10 km auf zu hören. Und so rannte ich schnell durch das Ziel und trat die zweite Runde an, bevor ich es mir anders überlegen konnte. Passend dazu kühlten sich die Temperaturen etwas ab und es war viel angenehmer zu laufen. Gegen km 15 sagte ich mir, meinen Kopf auszuschalten und meinen Beinen im wahrsten Sinne des Wortes freien Lauf zu lassen. Und so schaffte ich es irgendwie ins Ziel. 2:30 Stunden – nicht meine Glanzleistung, aber ich habe es ins Ziel geschafft und um ehrlich zu sein, ist es genau das, was für mich zählt. Und wer weiß, vielleicht war der erste Halbmarathon in diesem Jahr ja ein gutes Training für den bevorstehenden P-Weg.

 

Nachtlauf-Premiere für Berit

von |Oktober 11th, 2016|

Nachtlauf-Premiere für Berit

Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ein Lauf kann richtig “romantisch” sein. Zu dieser zugegebenermaßen etwas unorthodoxen Erkenntnis bin ich am vergangenen Freitagabend in Mönchengladbach gelangt. Denn da habe ich an meinem ersten Nachtlauf teilgenommen. Wie ich dazu gekommen bin und wie der Lauf für mich war, das erfahrt Ihr in diesem kleinen Bericht.

Was macht man, wenn man ein Wochenende in einer neuen Stadt verbringt und gerade dann zum ersten Mal in der Stadt der Sportscheck-Nachtlauf stattfindet? Genau, man läuft mit. Genau das habe ich mir vor gut einer Woche gedacht, als ich mich spontan zu dem 10 km Lauf angemeldet habe. “Der P-Weg muss Training genug sein”, dachte ich mir im Vorfeld. Und so ging ich am Freitag um 20:45 Uhr an den Start. Ganz Mönchengladbach war von tiefer Dunkelheit eingehüllt und ich hinterfragte kurz und vor Kälte zitternd meine Entscheidung. Aber als ich kurz darauf die rund 1.000 anderen Läufer in der Stadt gesehen habe, hat mich sofort wieder das bewährte Lauffieber gepackt. Dann fiel auch schon der Startschuss. Es ging drei Runden durch Mönchengladbach. Vorbei an all den Orten, die ich sonst nur im hellen Alltagstrubel kenne: am großen Einkaufszentrum Minto, am Geroweiher vorbei und – mein persönliches Highlight – vorbei an meinem Büro. Die Strecke war durch die Straßenlaternen durchweg beleuchtet. Es standen überall Streckenposten. Und das Beste waren für mich mal wieder die Zuschauer, die mich als Sportler immer wieder neu motivieren können. An einem Streckenabschnitt trommelte sogar eine unglaublich tolle Band – immer wenn ich daran vorbeigelaufen bin, haben sich meine Füße automatisch in dem von den Trommeln vorgegebenem Rhythmus bewegt. Ich bin durch die hintersten Gassen gelaufen, vorbei an zahlreichen Privathäusern. Durch die Fenster konnte man teileweise die Familien sehen, die gemütlich vor dem Fernseher saßen, während ich selber mich dazu ermutigen musste, schneller und weiter zu laufen. In einem Hauseingang saß ein Mann ganz gemütlich und ließ mit einem kleinen Leuchtstrahler Sterne an der gegenüberliegenden Hauswand tanzen. Nach drei Runden und vielen neu geknüpften Kontakten auf der Strecke war ich im Ziel. Die Zeit verging schnell Im Endeffekt aber leider nicht schnell genug, denn mein Ziel, unter einer Stunde zu bleiben, habe ich tatsächlich um 2 Minuten verfehlt. Aber ich brauche ja schließlich noch Platz nach oben, Potenzial zur Verbesserung. Wie soll ich mich denn sonst so spontan für den nächsten Lauf anmelden?

Berit feierte am Freitag Ihre Nachtlaufpremiere

Berit feierte am Freitag Ihre Nachtlauf-Premiere

In diesem Sinne: Wer an noch keinem Nachtlauf teilgenommen hat, sollte dies unbedingt nachholen. Ich kann es nur empfehlen. Am besten noch in diesem Jahr, da kommt dann richtig schöne Herbst- bzw. Winterstimmung während des Laufes auf. Viel Spaß!

Eure Berit

Rad am Ring – schonungslos faszinierend?!

von |August 8th, 2016|

Rad am Ring – schonungslos faszinierend?!

Endlose Freude: Berit, Sven, Christian, Björn und Thomas nach der Zieldurchfahrt

Endlose Freude: Berit, Sven, Christian, Björn und Thomas nach der Zieldurchfahrt

Ein schönes Spa Wochenende im einem luxuriösen Resort, ein City-Trip in meine Lieblingsstadt Barcelona, ein Kurztrip ans Meer –  auf meiner Wunschliste, wie ich ein Wochenende mit meinem Liebsten verbringen möchte stehen so einige schöne Dinge. Wie wir allerdings unser letztes Wochenende verbracht haben steht dabei etwas weiter hinten auf der Liste – dafür aber führt es seine Liste an. Und ich will mich ja auch nicht beschweren, denn immerhin lasse auch ich mich immer wieder von der Faszination und der Begeisterung einer großen Sportveranstaltung hinreißen. Und genau darum ging es am vergangenen Wochenende. Das alljährliche 24h-Radrennen am Nürburgring stand an.

Gespannt verfolgen wir von unserer Teambasis den Start

Gespannt verfolgen wir von unserer Teambasis den Start

Die vier Jungs vom Team Bergbeißer ließen es sich nicht nehmen, auch dieses Jahr mit ihren Rennrädern wieder mit dabei zu sein und unter anderem die berühmt berüchtigte “Hohe Acht” zu erklimmen.Für Sven und Thomas war es sogar ein ganz besonderes Wochenende, immerhin war es für die beiden die siebte gemeinsame Teilnahme auf der Nordschleife – die fünfte davon auf dem Rennrad. Und auch wenn ich mir schöneres vorstellen könnte, als ein ganzes Wochenende auf einer harten Isomatte zu schlafen – wobei das Wort “schlafen” noch zu weit gefasst wäre – war es wieder ein tolles Wochenende.

Ein Blick ins Teamzelt: Thomas und Christian bereiten sich vor

Ein Blick ins Teamzelt: Thomas und Christian bereiten sich vor

Aber was macht eigentlich diese Faszination aus? Mich als Zuschauer begeistert es immer wieder, den unermüdlichen Ehrgeiz bei den Sportler zu sehen. Auch am Ende ihrer eigenen Kräfte angelangt und von unendlicher Müdigkeit gequält, lassen sie keine Runde aus und schwingen sich immer wieder aufs Rennrad um gemeinsam mit ihren Kollegen die bestmögliche Rundenzeit rauszuholen. Dabei geht es vielmehr um das Dabei sein, als darum, den ersten Platz zu ergattern. Was allerdings keineswegs heißen soll, dass Thomas, Björn, Christian und Sven keine guten Rundenzeiten fuhren. Mit einer durchschnittlichen Rundenzeit von 55 Minuten waren sie meiner Einschätzung nach sogar unglaublich gut. Aber nicht nur dieser sportliche Ehrgeiz ist es, der das 24h Rennen auch für ein Mädchen wie mich, das mit Fahrradfahren so rein gar nichts zu tun hat, attraktiv macht. Es ist die Stimmung neben der Rennstrecke, die das 24h in der Eifel einzigartig macht.  Die Stimmung unter den Sportlern ist unglaublich freundschaftlich, obwohl man ja streng genommen Gegner ist. Es werden Tipps ausgetauscht und andere Fahrer, die man teilweise noch nie zuvor gesehen hat, angefeuert und mit ermunternden Zurufen motiviert. Ungefähr jeder zehnte Fahrer wurde an unserem Zeltplatz von jedem Team nacheinander mit einem lautstarken “ROBERT” angefeuert, sodass jeder Fahrer mindestens einmal zu Robert wurde und sich das Lächeln kaum verkneifen konnte (sorry – Insider).

Staffelübergabe von Björn auf Christian

Staffelübergabe von Björn auf Christian

Wir hatten dieses Jahr auch noch das große Glück, dass zwei befreundete Zweierteams direkt neben uns ihr Zeltlager aufgeschlagen haben. Wobei “direkt” vielleicht etwas übertrieben ist. Vielmehr waren sie zwei Plätze von uns entfernt, nur getrennt durch einen gemeinsamen polnischen Nachbarn. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an diesen grandiosen Nachbarn, der uns mit seiner durchdringenden, lautstarken Stimme die ganze erste Nacht von Freitag auf Samstag wachgehalten hat. Du hast mich wirklich an den Rand eines Wutausbruches gebracht. Wobei ich an dieser Stelle erwähnen muss, dass du Dir diese Ehre mit den starken Regenfluten teilen musst, der mir auch einige Stunden Schlaf geraubt hat. Ich weiß wirklich nicht, wie Thomas, Sven, Björn und Christian sich nach dieser unruhigen Nacht, in der auch sie kaum ein Auge zugemacht haben, noch 24h auf das Rennrad schwingen konnten. Unter diesen Umständen habe ich sogar noch mehr Ehrfurcht vor Eurer grandiosen Leistung. Auch wenn Ihr während des Rennens das ein oder andere Mal geflucht habt und die ein oder anderen Zweifel aufgekommen sind, warum man sich das jedes Jahr wieder antut, habt Ihr es doch sehr erfolgreich ins Ziel geschafft und Eure Medaillen gesichert. Meinen herzlichen Glückwunsch.

Die stolzen Finisher mit ihren Medaillen

Die stolzen Finisher mit ihren Medaillen

Auch wenn ein Wochenende auf einer harten Isomatte, mitten im Nirgendwo und mit Container-Duschen nicht unbedingt die höchste Prioritätsstufe auf meiner Wunschwochenendliste hat, freue ich mich doch jedes Mal wieder, Euch zu unterstützen und zu begleiten. Ich freue mich schon wieder auf das nächste Jahr. Und wer weiß, vielleicht setzt Ihr ja Eure wahnwitzige Idee um und startet in Zweierteams – Ich bin gespannt.

Eure Berit

Thomas und Christian: Ein mögliches Zweierteam 2017?

Thomas und Christian: Ein mögliches Zweierteam 2017?

 

Die Teilnahme am P-Weg – für Berit ein Muss!

von |September 16th, 2015|

Die Teilnahme am P-Weg – für Berit ein Muss!

Der P-Weg – anspruchsvolle Strecken, Leidenschaft, Ehrgeiz, Schmerzen in jedem einzelnen Muskel des Körpers. Am ersten September-Wochenende befand sich Plettenberg mal wieder im absoluten Ausnahmezustand und ich konnte schon zum zweiten Mal nicht nur als Zuschauerin die Faszination des P-Weges spüren. Jeder, der den P-Weg schon einmal als Teilnehmer miterlebt hat, kann folgendes bestimmt bestätigen: Hat man den P-Weg einmal mitgemacht, führt kein Weg daran vorbei, auch im Folgejahr wieder dabei zu sein. Und so stellte sich für mich nach dem ersten erfolgreich absolvierten P-Weg gar nicht erst die Frage, ob ich auch 2015 wieder daran teilnehmen sollte. Übrigens: Mit “erfolgreich absolviert” behaupte ich keineswegs, dass ich eine Bestzeit gelaufen bin, sondern vielmehr, dass ich es irgendwie in das Ziel geschafft habe. Und genau das war auch dieses Jahr wieder mein Ziel. Gut, ich muss zugeben, eigentlich hatte ich mir nach dem P-Weg 2014 vorgenommen, meinen Bruder Torben nicht unbedingt zu schlagen, aber doch mindestens zusammen mit ihm ins Ziel zu laufen. Wie ich am P-Weg Wochenende allerdings leider feststellen musste, war das wohl eher naives Wunschdenken.

Vorher: Berit, Torben und Sven fiebern dem Startschuss entgegen

Vorher: Berit, Torben und Sven fiebern dem Startschuss entgegen

Doch beginnen wir von vorne: Um Punkt 7:00 Uhr klingelte mein Wecker und mir wurde bewusst: “Heute ist es so weit. In drei ein halb Stunden musst du 21 km mit viel zu vielen Höhenmetern laufen”. Schlagartig war ich hellwach. Doch der erste Blick aus dem Fenster trübte meine Stimmung. Unter einer dicken Wolkendecke schaffte es kein einziger Sonnenstrahl hervor. Schwerer Nebel und nicht aufhören wollender Regen waren alles andere als motivierend. Bei dem Sportlerfrühstück versuchten wir uns gegenseitig aufzumuntern. “Bei leichtem Regen läuft es sich besser. Man bleibt viel frischer.” In der Tat dachte ich an den letzten Lauf zurück und wie anstrengend es war, in der vorigen Woche 15,4 km bei dem Gerolsteiner Brückenlauf in Köln bei 34°C und beißender Sonne zu laufen. Es konnte also nur besser werden. Zumindest redete ich mir das erfolgreich ein. Je näher wir der Stadt kamen und je mehr Sportler ich sah, desto besser wurde meine Stimmung und größer meine Vorfreude auf den P-Weg. Auf die Aufwärmrunde verzichtete ich dieses Mal, denn immerhin sollte ich eh 21 km laufen. Wer braucht da noch mehr Kilometer? Und so ging es also unaufgewärmt und zusammen mit einer lieben Schulfreundin in die Startaufstellung. Noch kurz Runtatsic und Musik einschalten und schon konnte es losgehen. 3,2,1 und der Startschuss fiel. Es war etwas demotivierend, dass viele der Sportler an mir vorbeihuschten, mitunter meine besagte Schulfreundin. Aber ich erinnerte mich an das Vorjahr und die weisen Worte von Sven: “Verausgabe dich nicht gleich zu Beginn. Lauf einfach in deinem Tempo und lass Dich nicht von den anderen Teilnehmern beeinflussen”. Leichter gesagt als getan, denn was genau ist überhaupt mein Tempo? Aber gut. Ich lief also ganz entspannt die Grünestraße entlang, begleitet von dem tosenden Jubel der Menschenmassen am Seitenrand. Auch wenn ich es eigentlich schon von dem vergangenen Jahr gewohnt sein sollte, begeisterte mich die atemberaubend große Zuschauermassse auch dieses Jahr von Neuem. Dann kam auch schon der erste Anstieg und der hatte es in sich: die Wieckmerth. Als die Steigung langsam wieder weniger wurde, begann der P-Weg für mich erst richtig. Bald fand ich auch schon meine erste Laufpartnerin. Mali Schulz und ich nutzten gleich die Gelegenheit, um uns auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen. Wir hatten immerhin noch eine lange Strecke vor uns und so genug Zeit, um uns über Studium, Job und Stereotypen aus verschiedenen Bundesländern zu unterhalten. Und so vergaß ich fast, dass ich gerade einen Halbmarathon mitlief. Doch leider trennte uns der steile Anstieg in Landemert. Und so konzentrierte ich mich ganz auf die Strecke hoch zum Bärenberg. Meine Beine schmerzten und zitterten regelrecht. Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Vorteil ist, die Strecke schon zu kennen und zu wissen, was für Anstiege man noch meistern muss. Aber eines bin ich mir sicher: In diesem Moment hätte ich vieles darum gegeben, nicht daran zu denken, wie lang und wie anstrengend der folgende Anstieg zum Bärenberg noch werden würde. Ich erinnerte mich daran, wie ich letztes Jahr vor jeder Kurve gehofft hatte, dass danach der Berg aufhören würde. Dieses Jahr wusste ich, dass dem nicht so sei und dass sich der Anstieg noch einige Kilometer ziehen würde. Nach einer kleinen Stärkung an dem perfekt positionierten Verpflegungsstand am Bärenberg schöpfte ich neuen Mut und lief weiter durch den gespenstischen Nebel bis ich endlich am Tanneneck ankam und wieder von Menschenmassen angefeuert wurde. Zum Glück können die Zuschauer nicht sehen, was hinter der Kurve nach dem Tanneneck passiert. Nachdem ich aus dem Sichtfeld von Freunden und der Familie war, verlangsamte ich schlagartig mein Tempo und schaffte den letzten Berg hinauf. Die Strecke um den Saley ist meine normale Trainingsstrecke in Plettenberg, dennoch kam sie mir an diesem Samstagvormittag weitaus beschwerlicher vor. Umso größer war meine Begeisterung, als ich endlich den Streckenposten von dem Single-Trail bereits aus weiter Entfernung erkannte. “Jetzt greifst du nochmal auf all deine Ressourcen zurück und läufst um dein Leben”, so meine Gedanken. Auch wenn die Erde sehr feucht und matschig war, die Wurzeln äußerst rutschig und die Kurven sehr scharf, so beschleunigte ich auf diesem Weg, auf dem es endlich mal wieder bergab ging, mein Tempo und überholte sogar noch zwei Mitläuferinnen – ein wirklich gutes Gefühl. In der Stadt angekommen wurde ich wieder von Menschenmassen empfangen und bejubelt, doch diese nahm ich kaum noch wahr, zu sehr waren meine Gedanken bei meinen schmerzenden Beinen und dem erlösenden Zieleinlauf. Vielen Dank nochmal an den netten Läufer, der mich auf der Zielgeraden animiert hat, noch einmal alles zu geben. Dank seiner Motivation und dem Jubel der Zuschauer gab ich alles, um es endlich ins Ziel zu schaffen. Nach 2 Stunden und 30 Minuten hatte ich es dann endlich geschafft. Ich bin tatsächlich im Ziel angekommen und habe 21 km mit 540 Höhenmetern überlebt. Und das sogar noch drei Minuten schneller als letztes Jahr – ein kleiner Erfolg also für mich!

Nachher: Stolze P-Weg Finisher unter sich

Nachher: Stolze P-Weg Finisher unter sich

Mein Resümee für den P-Weg 2015: Ich kann es kaum in Worte fassen, was die jubelnden Zurufe der Zuschauer, die aufmunternden Worte der Streckenposten und die mitreißenden Sprüche der Mitläufer in mir auslösen. Ich wurde oft gefragt, warum ich mir “sowas” antue. Es sind genau diese Menschen, die mich dazu bewegt haben, auch dieses Jahr an dem P-Weg teilzunehmen. Wenn ich an diesen und auch den letzten P-Weg zurückdenke, sehe ich nicht nur an die Strecke, die durch die nahezu unberührte Natur im Sauerland führt und die endlosen Wiesen, sondern auch die zahlreichen Zuschauer und ermunternden Gesichter von der Familie am Wegrand. Vor allem denke ich aber an dieses unbezahlbare Gefühl nicht nur der Erleichterung und Freude, sondern auch des Stolzes, es ins Ziel geschafft zu haben. Es heißt, man wächst mit seinen Aufgaben. Ich bin definitiv an dem P-Weg gewachsen und dafür bin ich dankbar.

Bilder: Privat

Über Kölner Brücken zum P-Weg

von |September 3rd, 2015|

Über Kölner Brücken zum P-Weg

Das Bergbeißer-Trio beim Gerolsteiner Brückenlauf in Köln

Das Bergbeißer-Trio beim Gerolsteiner Brückenlauf in Köln

An der Rheinpromenade entlang, über vier Brücken, die Kölner Altstadt im Nacken und die Großstadtkulisse dieser atemberaubenden Domstadt – der 35. Gerolsteiner Brückenlauf des ASV Köln hatte so einiges zu bieten. Mit seinen 15,4 km und seiner strategisch günstigen terminlichen Lage bot sich der Brückenlauf, der in Köln bereits Kult ist, perfekt für eine “kleine” Testrunde für den kommenden P-Weg Halbmarathon an. Genau deswegen habe ich mich zusammen mit Sven und Christoph am vergangenen Sonntagmorgen auf den Weg nach Köln begeben. Zu dem Zeitpunkt noch voller Freude, denn immerhin sollte es nicht nur ein super Event inklusive Gerolsteiner-Erfrischungsbogen werden, sondern auch das Wetter schien grandios zu werden. In diesem Moment ahnte ich allerdings noch nicht, dass es auch durchaus zu warm und zu sonnig für einen 15 km Lauf werden kann. Doch fangen wir von vorne an: Um 7 Uhr morgens ging es von Aachen aus los nach Köln. Schon jetzt zeigte das Thermometer meines Autos 18°C an. “Es wird ein perfekter Tag zum Laufen”, dachte ich noch voller naiver Vorfreude. Den anderen schien das gar nicht zu gefallen, aber was wissen die Jungs denn schon. Je höher die Sonne kam, desto wärmer wurde es und als wir in Köln ankamen, zeigte das Thermometer mittlerweile schon 22°C an – “Das wird klasse”.

Über 3300 Starter fiebern dem Startschuss entgegen

Über 3300 Starter fiebern dem Startschuss entgegen

In Köln erwartete uns direkt vor dem Deutschen Sport- und Olympiamuseum eine riesige Menschenmasse in weiß-hellblauen Trikots. Mit über 3.300 gemeldeten Läufern konnte der ASV Köln einen Rekord in den Teilnehmerzahlen verbuchen. Und genau diese Teilnehmer verbreiteten auch die Atmosphäre, die ich so sehr an Sportevents bewundere. Man muss nicht der durchtrainierteste Athlet mit Muskeln aus Stahl sein, es geht vielmehr um das “Dabei sein” als um das Gewinnen, wobei eine gute Zeit natürlich schon schön wäre. Jeder hatte vor dem Beginn richtig Lust, dass es endlich los geht. Und so erfasste auch mich diese Vorfreude, wobei ich zugeben muss, mir vorher doch noch kurz überlegt zu haben, lieber das direkt neben dem Start gelegene Schokoladenmuseum zu besuchen. Doch leider war das Schokoladenmuseum geschlossen und schließlich ging es ja um das Training für den P-Weg. Also dann einfach der Masse hinterher. Und das war gar nicht so einfach. Denn der Startbereich war recht schmal, die Läufer hinter mir schienen zu schnell zu sein und die Läufer vor mir zu langsam. Also hieß es Slalom-Laufen, um das eigene, richtige Tempo unbeeinflusst von den anderen Teilnehmern zu finden.

Sichtlich angestrengt trotzt Sven der Hitze

Sichtlich angestrengt trotzt Sven der Hitze

Als man das dann gefunden hat, ging es auch direkt über die erste Brücke, die Severinsbrücke, auf die rechtsrheinische Seite Kölns und von da aus auf zu der nächsten Brücke, der Hohenzollernbrücke, von wo aus man einen tollen Blick auf den Kölner Dom hatte. Aber ich widerstand dem ersten Impuls, mein Handy rauszuholen, um ein Foto zu machen, immerhin war ich auf keiner Sightseeing-Tour. Währenddessen waren Christopher und Sven aus meinem Sichtfeld verschwunden – lass die Jungs nur laufen. Ich dagegen fing an die Kilometer zu zählen und mich nach der nächsten Erfrischungsstation zu sehnen, von denen es leider zu wenige zu geben schien. Auch wenn die Strecke mit die abwechslungsreichste Strecke war, die ich je mitgelaufen bin, so konnte sie mich doch nicht von dem überhandnehmenden Schwindelgefühl und Kreislaufproblemen ablenken. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an die überaus nette Frau, die die von der Hitze geplagten, kurz vor dem Sonnenstich stehenden Läufern mit ihrem Gartenschlauch vor ihrer Haustür eine kleine Abkühlung anbot, die ich mehr als dankbar angenommen habe. Und auch der Gerolsteiner Refresh Bogen direkt nach der dritten Brücke, der Mühlheimer Brücke, sollte für eine angenehme Erfrischung von oben sorgen. Leider hatte ich das Gefühl, dass das Wasser regelrecht verdampfte, bevor es auf meinem Körper angekommen war.

Ehrgeizig kämpft sich Berit durch das große Teilnehmerfeld

Ehrgeizig kämpft sich Berit durch das große Teilnehmerfeld

Zum Abschluss ging es durch den Mühlheimer Hafen und den Rheinpark schließlich über die letzte Brücke, die Deutzer Brücke. Von hier aus sollten es nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel sein und doch kam es mir vor, als wollte die Strecke nie enden. Im Ziel angekommen und direkt von netten Rote-Kreuz Helfern in Empfang genommen breitete sich sofort die Erleichterung aus, es irgendwie ins Ziel geschafft zu haben. Meine Zeit von 01:52:21 Stunden lässt sich zwar nicht sonderlich gut sehen, aber ich bin dennoch froh, an dem Lauf teilgenommen zu haben – Wie war das noch gleich “Dabei sein ist alles”. Im Bereich der Zielverpflegung warteten neben unzähligen Flaschen Gerolsteiner, Müsliriegeln und frischen Kiwis auch Sven und Christoph auf mich.

Berit, Sven und Christoph freuen sich, es ins Ziel geschafft zu haben

Berit, Sven und Christoph freuen sich, es ins Ziel geschafft zu haben

Zu meiner Verwunderung sahen die Jungs eher so aus, als kämen sie gerade von einem Frühshoppen in der Kölner Altstadt als von der Hitzeschlacht, die ich gerade hinter mich gebracht hatte. Aber laut ihren Erzählungen trug das Bild. Letztendlich überwog bei uns drei Bergbeißern die Freude, dass wir es, unter Anfeuerungsrufen von Sportmoderator Tom Bartels, allesamt über die Ziellinie geschafft hatten. Für Sven und Christoph stoppte die Zeit nach 01:20:53 Stunden (Sven) bzw. 01:36:02 Stunden. Mein Fazit für diesen Lauf: Wunderschöne Strecke, schöne Kulisse und Sonne sind ja schön und gut, aber 34°C und 30°C im Schatten sind für einen 15km-langen Laufwettkampf dann vielleicht doch etwas zu viel. Ich hoffe nun nur noch, dass ich die Gedanken, die sich während des Kölner Brückenlaufes fortwährend in meinen Kopf geschlichen haben “Den P-Weg überstehe ich nie”, bis Samstag erfolgreich aus meinem Kopf verdrängen kann. In diesem Sinne: Auf in den nächsten Kampf.

Fotos: Gerolsteiner (2), Privat (3)

Familientreffen beim Würzburger Residenzlauf

von |Mai 9th, 2015|

Familientreffen beim Würzburger Residenzlauf

“Bei strahlendem Sonnenschein in perfekter Form und Fitness schön zum Sommeranfang rund um die Residenz laufen – Was kann man sich mehr wünschen?!” Das haben Torben und ich uns zumindest gedacht kurz bevor wir uns zu dem 10 km langen Residenzlauf in Würzburg angemeldet haben. Tja, wie so oft ging der Plan nicht so ganz auf. Woran das lag? Nun ja, fangen wir damit an, dass mein Bruder zwei Wochen vorher eine „schwere Grillverletzung“ erlitten hat und sein Finger im Uniklinikum in Marburg mit diversen Stichen genäht werden musste. “Erst einmal kein Sport für Sie!” – so lautete das Urteil des behandelnden Arztes. Doch er würde nicht zur Familie Hamme gehören, wenn er nicht trotzdem den 10 km Lauf mitlaufen würde. Und so trafen wir uns Samstagabend in Würzburg. Natürlich mussten wir unser Wiedersehen erst einmal mit einem leckeren Essen feiern. Pasta natürlich – immerhin wollten wir den Schein der Vorbereitung wahren. Doch auch das ein oder andere Bier und der köstliche Frankenwein durften natürlich nicht fehlen. Zufällig trifft man dann in Würzburg auch noch Freunde, die man schon lange nicht mehr gesehen hat. Und ehe wir uns versahen, waren wir erst um 3 Uhr nachts im Bett.

Familientreffen in Würzburg

Familientreffen in Würzburg: Berit und Torben freuten sich beim Residenzlauf über ein Wiedersehen

So viel zu der perfekten Vorbereitung also. Hinzu kam, dass es den ganzen Sonntagvormittag verregnet war. Zum Glück sollte der Lauf erst um 14 Uhr begingen. Mit etwas getrübter Stimmung machten wir uns also auf den Weg zur Residenz um unsere Starterpakete abzuholen. Und dann war es um uns geschehen. Mit Blick auf das Weltkulturerbe und den tausenden Menschen davor konnten wir den Lauf kaum noch erwarten. Auch die Sonne kam endlich zum Vorschein und bescherte uns beiden den ersten Sonnenbrand des Jahres. Über den ganzen Sonntag fanden diverse Läufe statt. Angefangen mit einem 600 m-Lauf der verschiedenen Kindergärten, einem 1 km-Bambinilauf, über einen 5 km-Fit-for-Fun-Lauf oder einem 5 km-Firmenlauf bis hin zu dem 10 km-Hauptrennen und dem Lauf der Asse bot der 27. Würzburger Residenzlauf am 26.April einiges für Läufer und Zuschauer. Und das merkte man auch an der Teilnehmerzahl: Mit 7.364 Teilnehmern erreichte die 27. Auflage des Laufes den Teilnehmerrekord. Während die besten Läufer beim Lauf der Asse eine Zeit vorliefen, die wir uns noch nicht einmal träumen konnten – bei den Männern lief Japhet Korir die 10km in 27:47 Minuten, seine Ehefrau schaffte mit 32:36 Minuten die beste Zeit der Frauen – so versuchten Torben und ich unsere eigenen Ziele zu erreichen. Mein Ziel war es, unter einer Stunde zu laufen. Das Ziel meines Bruders: Sich nicht von mir überholen zu lassen – zumindest gehe ich davon aus, dass das sein einzige Ziel war. Torben hat sein Ziel trotz verwundetem Finger erreicht, ich leider nicht. Mit einer Zeit von 1:04:11 besteht bei mir eindeutig noch Verbesserungspotential. Aber bis zum P-Weg im September ist ja noch etwas Zeit für Training und Konditionsaufbau. In diesem Sinne wünschen wir allen viel Spaß bei den diversen Läufen und vor allem beim Training im Sommer.

Torben und Berit beim Würzburger Residenzlauf

Auf dem Vorplatz der Residenz gab es das wohlverdiente alkoholfreie Weizenbier

Geschafft – Der erste Halbmarathon ist überstanden!

von |September 22nd, 2014|

Geschafft – Der erste Halbmarathon ist überstanden!

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Plötzlich unter Blitzlicht auf der großen Marathon-Bühne: Berit Hamme absolvierte erfolgreich ihren ersten Halbmarathon

Pünktlich um Punkt 7:00 Uhr klingelte der Wecker. Schon war ich hellwach und mit dem Gedanken bei meiner ersten Teilnahme am P-Weg. Die ersten Blicke aus dem Fenster waren allerdings alles andere als motivierend. Unter einer dicken Wolkendecke schaffte es kein einziger Sonnenstrahl zum Vorschein und es lag schwerer Nebel in der Luft. Ich erinnerte mich kurz an die Aussagen vom Vortag von meinen Mitläufern: “Also bei Regen laufe ich auf keinen Fall mit” – kurz kam auch bei mir die Frage auf, ob ich mir das wirklich antuen möchte. Vor allem unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ich noch nie in meinem Leben ganze 21 km mit mehr als 400 Höhenmetern am Stück gelaufen bin. Doch jetzt ist es auch zu spät. Ein Rückzieher würde feige wirken und außerdem packt mich mein sportlicher Ehrgeiz. Also geht es schnell raus aus dem Bett und ab in das Schwimmbad – ein Kälteschock, doch nach den ersten Bahnen bin ich wach und fit. Bei dem folgenden ausgedehnten Sportlerfrühstück wurden noch diverse Tipps ausgetauscht. Wobei diese, anstatt mich zu motivieren, eher das Gegenteil bewirkten: Mittlerweile war ich vollends nervös. Doch je näher wir der Stadt kamen und je mehr Sportlern ich begegnete, desto mehr Lust verspürte ich auf einmal, die 21 km hinter mich zu bringen.

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Das große Teilnehmerfeld wartet gespannt auf den Startschuss des 10. P-Weg-Marathons

Nach einer schnellen Aufwärmrunde von dem Maiplatz zur Lohmühle, den letzten Toilettengängen (ja, ich habe anscheinend eine nervöse Blase) und den letzten Vorbereitungen ging es nun endlich in die Startaufstellung. “Startnummer 2749 – Das muss einfach meine Glückszahl sein”, redete ich mir ein. Nach einigen Worten der Moderatoren war ich schon richtig begierig darauf, endlich loszulaufen. Aber dem war nicht so. Erst führten noch die Frauen vom FeelGood ihre Zumba-Show auf, von der ich rein gar nichts mitbekam. Und dann kam alles ganz plötzlich. Anscheinend war die Zumba-Show zu Ende und der Moderator zählte auf einmal runter: 3, 2, 1 und los!

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Los geht es! Berit ist auf den ersten Metern ihres ersten Halbmarthons

Ich wusste gar nicht wie mir geschah, aber meine Füße fingen an, sich wie von alleine zu bewegen. Und los ging es. Natürlich kannte ich die Strecke nicht wirklich. Auch wenn mir oft versucht wurde, die Strecke zu erklären, so habe ich bis zuletzt nicht wirklich verstanden wo es hergehen sollte. Daher dachte ich mir, sei es wohl das Beste, einfach den Menschenmassen hinterher zu laufen. Leichter gesagt als getan. Denn gleich zu Beginn überholte mich eine Vielzahl an Läufern. Doch ich erinnerte mich an die weisen Worte von meinem Freund: “Du darfst dich nicht gleich zu Beginn auspowern. Das Feld wird von hinten erobert”. Auch wenn ich die Worte bisher nie wirklich ernst nahm, so langsam entdeckte ich die Wahrheit dahinter. Und so trabte ich locker die Grünestraße entlang, begleitet von dem tosenden Jubel der Menschenmassen am Seitenrand.

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Zusammen mit den Mitläufern im Kampf gegen die Uhr und den inneren Schweinehund

Und dann kam auch schon der erste Berg: die Wickmerth. Trotz der anfeuernden Menschen musste ich einfach den Berg hochgehen. Ja, es war mir peinlich, aber immerhin sollte ich mich ja nicht gleich zu Beginn auspowern. Zwischendurch versuchte auch mein Bruder noch, mich zum Laufen zu bewegen: “Komm Berit häng dich einfach hinten an mich ran”. Nichts da, ich konnte einfach nicht. Als die Steigung wieder langsam abnahm, fing der P-Weg bei mir erst richtig an und so lief ich was das Zeug hielt. Auf der Strecke habe ich immer wieder nette Leute getroffen und mich nett mit ihnen unterhalten. Es machte mich allerdings schon etwas stutzig, dass ich mit einer Frau zusammen gelaufen bin, die mir dann noch erzählte, dass sie 54 Jahre alt sei und ich mit meinen 24 Jahren doch noch viel fitter und schneller sein müsste als sie. Hinterher hängte sie mich locker ab. Doch ich lies mich davon gar nicht beeindrucken, immerhin lautete mein Motto: Einfach nur irgendwie im Ziel ankommen. Dieses Motto wurde auf der Strecke zum Bärenberg hoch regelrecht mein neues Mantra. Meine Beine schmerzten bei jedem weiteren Schritt. Ein Schmerz, den ich noch nie vorher gespürt habe. Nicht meine Ausdauer war das Problem, sondern die Berge, die meine Beine nicht gewohnt waren. “Wann ist denn dieser Berg endlich zu Ende?” – meine Gedanken drehten sich nur noch darum, wie weit es noch bergauf gehen sollte. Meine Blicke schweiften nach links und rechts und ich dachte mir, dass es gar nicht mehr weit sein kann, denn der Himmel schien schon so nah. Und dann kam ein Verpflegungsstand, der mich rettete und meine Gedanken ablenkte. Mit einer Cola und der darin enthaltenen ordentlichen Dosis Zucker, weckte ich meinen Ehrgeiz und lief weiter durch den gespenstischen Nebel bis ich endlich am Tanneneck ankam und wieder von Menschenmassen angefeuert wurde. Zum Glück sehen die Zuschauer nicht, was hinter der Kurve nach dem Tanneneck passiert.

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Begleitet von tosendem Beifall passiert Berit die letzten Kilometer

Nachdem ich aus dem Sichtfeld der jubelnden Familie und Bekannten war, konnte ich mein Tempo wieder etwas verlangsamen um irgendwie den letzten Berg hinaufzukommen. Glücklicher Weise ging es nicht nur mir so. Die Strecke um den Saley ist meine normale Trainingsstrecke in Plettenberg. Eigentlich sollte ich diese also gut kennen. Doch am P-Weg Samstag kam mir der Weg weitaus beschwerlicher und steiler vor. So jubelte mein Herz, als ich den Single-Trail bereits aus weiter Entfernung erkannte. Eine kurze Frage an den Streckenposten, wie weit es noch sei und die knappe und doch ermunternde Antwort: “Nur noch zwei Kilometer, die schaffst du jetzt auch noch locker” steigerten mein Tempo wieder. “Jetzt holst du nochmal alles raus”, dachte ich mir und so rannte ich als hinge mein Leben davon ab.

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Die mit einigen Höhenmetern bespickte Strecke fordert den Läufern einiges ab

Geplagt von schmerzenden Beinen und Seitenstichen überholte ich auf den letzten zwei Kilometern bestimmt noch drei Mitläufer, ein gutes Gefühl. In der Stadt angekommen wurde ich wieder von Menschenmassen empfangen und bejubelt, doch ich nahm diese kaum noch wahr, zu sehr waren meine Gedanken schon bei dem erlösenden Zieleinlauf. Nach 2 Stunden und 33 Minuten hatte ich es dann endlich geschafft, auch wenn ich meine Beine nicht mehr wirklich spüren konnte. Ich bin tatsächlich im Ziel angekommen. Die Freudentränen ließen sich kaum noch unterdrücken.

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Geschafft: Berit hat ihren ersten Halbmarathon erfolgreich gemeistert

Mein Resümee: Vollkomme Begeisterung. Die jubelnden Zuschauer sowie die zahlreichen Helfer an den Verpflegungsständen, die mich nicht nur mit dem dringend benötigten Wasser, sondern vor allem mit aufmunternden Worten unterstützten – es sind diese Menschen, die mich dazu bewegten, immer weiter zu laufen, auch wenn ich eigentlich dachte, es ginge nicht mehr. Und so werde ich mehr trainieren – dieses Mal auch Berge – und 2015 meinen zweiten P-Weg Halbmarathon mitlaufen.

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Die beiden Bergbeißer Torben (links) und Sven (rechts) freuen sich zusammen mit Berit über das erfolgreiche Abschneiden

Fotos: Sportograf (6) / Privat (2)