Bergbeißer mit akutem Tour-Fieber

Das Wochenende um den 1. und 2. Juli 2017 – im Terminplaner ebenso fix datiert wie Weihnachten oder Ostern. Wenn die Tour de France in Deutschland vorbeischaut und dann auch noch zum großen Auftakt in das Rheinland einlädt, dann ist das nicht nur für eingefleischte Radsportfans ein Pflichttermin. Und so stand es außer Frage, dass sich am vergangenen Wochenende auch einige Bergbeißer auf den Weg zum Grand Depart in Düsseldorf machten. Die deutschen Asse wie Martin, Kittel, Greipel oder Geschke quasi direkt vor der Haustür hautnah in Aktion erleben zu können – diese Chance ließen wir uns nicht nehmen. Nach Anreisen mit dem Auto, der Bahn oder wie man es standesgemäß erwartet, dem Rad, trafen wir uns zum Prolog am Rheinufer.

Christian, Sven, Lina, Lukas und Thomas (v.l.n.r.) fieberten dem Torstart in Düsseldorf gespannt entgegen

Christian, Sven, Lina, Lukas und Thomas (v.l.n.r.) fieberten dem Torstart in Düsseldorf gespannt entgegen

Schon lange bevor der erste Fahrer die Startrampe hinunterrollte, war dieses gewisse Kribbeln unter den Zuschauern zu spüren. Fasziniert verfolgten wir am Streckenrand die stimmungsvolle Werbekarawane, die beim Radsport-Neuling eher Erinnerungen an die karnevalistische Zeit aufkommen ließ. Pünktlich mit dem sportlichen Startschuss setzte schließlich der angekündigte Regen ein. Dass dieser der guten Stimmung in der gesamten Stadt aber einen Abbruch tat, war faszinierend und mitreißend zugleich. Zusammen mit dem bis dato unbekannten Nachbarn unter einen Schirm und dann gemeinsam die Jungs auf der Strecke anfeuern – das macht die Tour zu etwas besonderem. In kurzen Zeitabständen rasten die Profis an uns vorbei. In den Zwischenzeiten informierten wir uns über eine große Leinwand an der Strecke über die aktuellen Zwischenstände oder beobachteten belustigt eine Gruppe von fröhlichen Stimmungsmachern aus England.

Trotz des Regens schafften es zahlreiche Zuschauer an die Strecke

Trotz des Regens schafften es zahlreiche Zuschauer an die Strecke

Natürlich sehnten wir alle dem Start von Tony Martin entgegen, dem wir den Tagessieg mehr als gegönnt hätten. Am Ende hatte es leider nicht sollen sein und trotzdem zogen wir am Ende alle unseren Hut bzw. Helm vor den Leistungen der Jungs.

Konzentriert verfolgten die Bergbeißer das Renngeschehen

Konzentriert verfolgten die Bergbeißer das Renngeschehen

Begeistert von den vielen positiven Eindrücken des ersten Tour-Tages stand außer Frage, dass wir auch am Sonntag die Chance nutzen wollen, um die Tour ein zweites Mal hautnah miterleben zu können. Insbesondere Lina, Lukas und Thomas hatten sich vorgenommen, dieses große Radsport-Event so intensiv wie möglich wahrzunehmen. Kurzerhand traf sich das Trio am Sonntagmorgen in Düsseldorf, um von dort die originale Route mit dem Rad in Angriff zu nehmen. Als Ziel hatten sich die Drei Aachen gesetzt. Auf der abgesperrten Strecke führte der Weg schnell nach Mönchengladbach, wo neben der Sprintwertung auch Sven mit Streuselkuchen wartete. Schnell ein Foto gemacht und weiter ging die Reise.

In Mönchengladbach konnte sich Lukas auf seinen Sprintzug um Lina und Thomas verlassen und die Punkte ungefährdet einsammeln

In Mönchengladbach konnte sich Lukas auf seinen Sprintzug um Lina und Thomas verlassen und die Punkte ungefährdet einsammeln

Über Wickrath, Jackerath, Jülich und Aldenhoven führte der Weg letztendlich in die Kaiserstadt. Dort angekommen berichtete das Trio von einer unglaublichen Stimmung an der Strecke. Obwohl die Werbekarawane und das Peleton zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht in Sicht waren, drängten sich zahlreiche Zuschauer an die Strecke und feuerten jeden einzelnen Hobbyfahrer an – so auch unsere drei Bergbeißer. Auf dem Aachener Markt angekommen, nahm das Interesse für den Sonntagsausflug der besonderen Art nicht ab. Kurzerhand wurden die Drei im Rahmen eines Fernseh-Interviews nach den Erlebnissen von unterwegs gefragt.

Gewohnt professionell: Lukas im Interview mit den Aachener Nachrichten

Gewohnt professionell: Lukas im Interview mit den Aachener Nachrichten

Auch in Aachen zeigte der Wettergott kein Erbarmen mit den Radprofis. Kurz nach der Durchfahrt der Werbekarawane und vor dem Auftritt des Peletons setzte ein hartnäckiger Regenschauer ein. Doch wie schon am Tag zuvor in Düsseldorf ließen sich auch die Zuschauer in Aachen den Spaß nicht verderben. Dicht an dicht drängten die zahlreichen Besucher an die Streckenbegrenzung, um einen möglichst guten Blick zu erhaschen.

Bilder, die in Aachen an Rosenmontag erinnern

Bilder, die in Aachen an Rosenmontag erinnern

Wiederum anders als am Vortrag, als noch ein Zeitfahren auf dem Programm stand, dauerte es am Sonntag nur wenige Sekunden, bis alle Fahrer an einem vorbeisausten. Und trotzdem, der Ausflug nach Aachen sowie die Streckenerkundung im Vorfeld hatten sich allemal gelohnt. Die Erinnerungen an ein unvergessenes Wochenende werden noch lange bleiben und sicher bei so mancher Trainingsfahrt zum Gesprächsthema.

Dieses Wochenende wird den Bergbeißern in bester Erinnerung bleiben

Dieses Wochenende wird den Bergbeißern in bester Erinnerung bleiben