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Rennberichte

Unvergessen – der P-Weg 2017

von |September 17th, 2017|

Unvergessen – der P-Weg 2017

Vor genau einer Woche lag ich zu dieser Zeit zwar völlig erschöpft, aber dennoch zufrieden und stolz auf dem Sofa. Nachdem der angespannte Oberschenkelmuskel mit Pferdesalbe, der leere Magen mit Energie und das verschmutzte Bike mit jeder Menge Wasser versorgt waren, konnte ich mich entspannt zurücklehnen. Bevor die aufkommende Müdigkeit Herr über meinen Körper wurde, spielten sich die zurückliegenden drei Tage noch einmal vor meinem inneren Auge ab. Auch wenn es für mich selbst erst am Samstagvormittag ernst werden sollte, packte mich das P-Weg Fieber schon am Freitagabend. Die Rennstrecke war bereits abgesperrt, unzählige Sportler tummelten sich mit ihren neon-gelben Starterbeuteln in der Stadt und die Moderatoren stimmten lautstark alle Besucher auf das Sportwochenende ein – der P-Weg hatte Plettenberg und auch mich fest in der Hand. Unbeirrt vom strömenden Regen machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt und jubelte am Streckenrand den jüngsten Teilnehmern entgegen. Denn traditionsgemäß gehörte der Freitagabend den Schülern und Jugendlichen, die in Laufschuhen oder auf dem Rad auf Rundenjagd gingen. Aus Bergbeißer-Sicht durften wir uns schon zum Auftakt über die eine oder andere Spitzenplatzierung des Nachwuchses freuen. An dieser Stelle also schon einmal Glückwunsch! Ihr habt uns eindrucksvoll vorgemacht, wie man dem schlechten Wetter mit viel Freude und Ehrgeiz trotzen kann.

Schon am Freitagabend befindet sich Plettenberg im Ausnahmezustand

Schon am Freitagabend befindet sich Plettenberg im Ausnahmezustand

Nachdem alle Starter wohl behalten das Ziel erreicht hatten, die letzte Portion Pasta verspeist war und der erste Durst mit „alkoholfreiem“ Weizen gestillt war, machte auch ich mich an die Vorbereitungen des bevorstehenden Halbmarathons. Vorbereitungen sollte in meinem Falle bedeuten: Schuhe rausstellen und ab ins Bett! Zur Erledigung des Restes musste der Wecker am nächsten Tag eben eine halbe Stunde früher klingeln. Am Samstagmorgen sollte der P-Weg dann auch den letzten Bergbeißer in verschiedenen Konstellationen in seiner Hand haben. Hier einmal vier exemplarische Möglichkeiten, wie ein Samstagmorgen eines Bergbeißers aussehen kann:

  • Als Bergbeißer lässt man das gewohnte blau-orangene BB-Outfit im Kleiderschrank, schmeißt sich stattdessen in die P-Weg Helferkluft und macht sich auf den Weg nach Ehlhausen, um dort beim Aufbau des Verpflegungsstandes zu helfen. Ist das Zelt erst einmal aufgestellt, die Bierzeltgarnituren positioniert und alle Kuchen angeschnitten, heißt es Warten – Warten auf den ersten Läufer der Langdistanz. Von nun an wird das Ganze zum Selbstläufer. Alle Teilnehmer werden bestmöglich mit Energienachschub, Motivation und Hinweisen unterstützt!
Am Verpflegungsstand der Bergbeißer gab es für die Teilnehmer neben Regen vor allem jede Menge Engergienachschub und Motivation

Am Verpflegungsstand der Bergbeißer gab es für die Teilnehmer neben Regen vor allem jede Menge Engergienachschub und Motivation

  • Als Bergbeißer wechselt man die Seite und steht nicht hinter dem Verpflegungsstand, sondern läuft vielmehr an diesem vorbei. So z.B. Christiane und Tochter Catharina, die als Marathonwanderer an den Start gingen. Viel Zeit ließen sich die Beiden beim Passieren des teaminternen Verpflegungsstandes nicht. Anders ist die Tatsache nicht zu erklären (so viel sei an dieser Stelle vorweg genommen), dass Catharina nach 7:40 Stunden den Altersklassensieg (WJ A) ergattern konnte.
Catharina und Christiane fieber ihrem P-Weg Start entgegen

Catharina und Christiane fieber ihrem P-Weg Start entgegen

  • Als Bergbeißer sitzt man am frühen Samstagmorgen bereits im Auto, um weite Anreisen aus Bayern, der Schweiz oder Frankreich anzutreten. Was tut man nicht alles, um einmal im Jahr Teil dieses großen Events zu werden…
  • Als Bergbeißer bleibt man noch eine Stunde länger im Bett liegen, um sich dann aber umso vorbereiteter kurz vor dem Start der Halbmarathondistanz in der Innenstadt einzufinden.
Torben, Sven und Berit sind vor dem Start guter Dinge

Torben, Sven und Berit sind vor dem Start guter Dinge

Neben Christiane und Catharina waren in diesem Jahr am Samstag ein Dutzend weitere Bergbeißer am Start. Für Dagmar, Elke und Stefan (Walker) sowie Berit, Frank, Simon, Laurent Pierre, Michael, Marc, Torben, Christian und meine Wenigkeit (Läufer) ging es um 10:30 Uhr unter leichtem Nieselregen auf die 21 km lange Strecke. Von den genannten Bergbeißern war es insbesondere Christian, der gleich vom Start weg so los lief, als hätte er am Nachmittag noch wichtige Termine zu erledigen. Ich selbst versuchte gar nicht erst, Christians Tempo in Ansätzen mitzugehen und versuchte meinen eigenen Rhythmus zu finden. Im Startblock vor Torben gestartet war ich mir sicher, dass jener Torben nicht lange auf sich warten ließ um zu mir aufzuschließen. In Landemert war es dann so weit. Torben begrüßte mich mit einem freundlichen „Jetzt habe ich dich endlich“. Fortan waren wir uns aber einig, dass geteiltes Leid halbes Leid ist und wir somit beide davon profitieren würden, den Bärenberg gemeinsam in Angriff zu nehmen. Bis dato muss ich sagen lief es wirklich gut. Die befürchteten Blasen, die ich beim erst zweiten Lauf in neuen Schuhen zu erwarten hatte, blieben aus.

Trotz Anstrenungen: Der Spaß darf nicht zu kurz kommen

Trotz Anstrengungen: Der Spaß darf nicht zu kurz kommen

Nicht zuletzt waren es aber vor allem wieder die zahlreichen Zuschauer, die über so manche schmerzhafte Erfahrung hinweg trösteten. Wahnsinn Plettenberg, wo zauberst du selbst bei diesem Sauerländer Mistwetter die ganzen Verrückten her, die nicht etwa auf, sondern neben der Strecke an ihre Leistungsgrenzen gehen? Ich kenne kein anderes Rennen, bei dem man den Faktor Zuschauer Hot-Spots so sehr in die eigene Renntaktik einbeziehen muss. Denn welcher Läufer gibt sich schon die Blöße und zeigt Schwäche, wenn an den steilsten Anstiegen in Landemert oder am Tanneneck hunderte Zuschauer Spalier stehen? Beim P-Weg heißt das: Vorher rausnehmen, durchschnaufen und dann mit Vollgas in das geballte Euphoriebecken eintauchen. Ich selbst tauchte vielleicht etwas zu lange ab, denn kurz nach der Verpflegungsposition am Tanneneck musste ich Torben ziehen lassen. Der Junge hatte tatsächlich einen goldenen Tag erwischt. Ohne größere Probleme meisterte ich die letzte glitschige aber durch das P-Weg Team großzügig gekennzeichnete Trailpassage und erreichte nach 1:57 Stunden das Ziel am Alten Markt. Dort erwarteten mich bereits Torben (1:56 Stunden) und Christian (1:48 Stunden). Puh, anstrengend, aber geil!

Marc, Christian, Torben und Sven haben den Halbmarathon erfolgreich gemeistert

Marc, Christian, Torben und Sven haben den Halbmarathon erfolgreich gemeistert

Auch alle anderen Bergbeißer ließen nicht lange auf sich warten. So auch Berit, die bis kurz vor dem Start mit ihrer Teilnahme haderte und dann trotz krankheitsbedingter Trainingspausen im Vorfeld den Halbmarathon erfolgreich finishte. Die Arbeit war also getan, für das erste jedenfalls. Denn für Frank, Laurent Pierre, Christian und mich sollte im Rahmen der Kombiwertung am Sonntag noch der Bike-Marathon auf dem Programm stehen. Dementsprechend gemütlich ließen wir es am Nachtmittag angehen, ehe wir uns am Samstagabend mit einigen anderen Bergbeißern zur obligatorischen Pastaparty wieder in der Stadt versammelten. Zu diesem Zeitpunkt stießen dann auch die auswärtigen Bergbeißer dazu. Gemeinsam legten wir bei dem einen oder anderen isotonsichen Getränk zusammen mit Teamchef Holger eine Renntaktik für das MTB-Rennen fest oder feierten die Läufer, die ihre Sache mit Bravour hinter sich gebracht hatten.

Der Sonntagmorgen verläuft für Teilnehmer gewohnt etwas hektischer ab als noch der Morgen zuvor. Hier und da ist eben doch noch etwas Schrauberei am Rad notwendig. Auf dem Weg zum vereinbarten Bergbeißer-Treffpunkt sammelte ich Katja, Martin, André und Keke ein. An der „Bergbeißer-Sammelstelle“ angekommen bot sich das gewohnte Bild. Eine Gruppe diskutiert die richtige Kleiderwahl, ein Starter gibt seine Siegesambitionen preis und ein anderer philosophiert über den noch so schlechten Trainingszustand – nichts neues also. Doch eines haben alle Starter gemein – die Anspannung vor dem Startschuss ist deutlich spürbar.

Unserer Langstreckler sind startbereit

Unserer Langstreckler sind startbereit

Traditionell schicken wir die Langstreckler in den ersten bissigen Anstieg hinauf zur Sehnsuchtsbirke und nutzen die Zeit für ein Teamfoto.

Das traditionelle Teamfoto durfte auch in diesme Jahr nicht fehlen

Das traditionelle Teamfoto durfte auch in diesme Jahr nicht fehlen

Kurz nachdem der letzte Blitz der Fotokamera erloschen war, schwärmen die Biker aus – so auch in diesem Jahr. Während sich die „Verrückten“ bereits auf der Strecke befanden, fieberten wir 26 Kurzstreckler dem Rennen im Startblock entgegen. 26 plus 4 mal Mitteldistanz (74 km) plus 4 mal Langdistanz (93 km) macht in Summe 34 Bergbeißer auf den Bikestrecken. Ich selbst konnte beim Start Parallelen zu den ersten Metern am Vortag ziehen. Während Simon, vergleichbar zu Christian am Vortag, schnell einige Meter zwischen uns bringen konnte, saßen mir weitere schnelle Bergbeißer im Nacken. Zusammen mit Steve, alias Clown Stielou, brachte ich die ersten beiden Anstiege hinauf zur Sehnsuchtsbirke und zur Hohenwibbecke hinter mich. Zwar hatten wir uns in der Rennhektik zwischenzeitlich aus den Augen verloren, doch irgendwie fanden wir immer wieder zusammen.

Am Hinterrad von "Stielou" erklimme ich den ersten Anstieg

Am Hinterrad von “Stielou” erklimme ich den ersten Anstieg

Für die Begeisterung der Zuschauer gilt am P-Weg Sontnag das Gleiche wie am Samstag. Auf dem Weg zur Sehnsuchtsbirke kommt Tour de France Feeling auf, am ersten Verpflegungsstand spendet jeder Motivationsruf der Helfer mehr Energie als ein Becher Cola und die Trommler der Himmelsstürmer können mitten im Wald für so manchen emotionalen Ausbruch sorgen. Der Grat zwischen „Warum tue ich mir diese Sch… an“ und „das ist mein glücklichster Moment des Jahres“ ist beim P-Weg verdammt schmal. Doch zurück zum Renngeschehen. Auf der Abfahrt durch die Blemke wurde der Bergbeißer-Express durch Cedrik ergänzt. Ich musste mich auf dem MTB verdammt klein machen um weiter an Cedrik dranbleiben zu können. Mit einem Tempo jenseits der 65 km/h bogen wir auf den Streckenabschnitt „Radweg“ ein. Schnell durch den Vorgarten des Altersheim geschlängelt und die Gerüstbrücke an der Waterkant überquert, machten wir uns auf den Weg in Richtung Teindeln.

Der Bergbeißer-Express um Cedrik, Sven und Steve nimmt Fahrt auf

Der Bergbeißer-Express um Cedrik, Sven und Steve nimmt Fahrt auf

Mit Lokalmatador Paul Schmidt (RSC Plettenberg), der ultraschnellen Beate Schuschke (MTB Rocker) und einem weiteren Biker jagten wir über den Radweg. An dieser Stelle sorgte vor allem Paul mit seinen Triathlon-Qualitäten dafür, dass wir in Zeitfahr-Manier keine unnötigen Sekunden liegen ließen. Gerne hätte ich Paul in der Führungsarbeit einmal abgelöst, doch schon das Halten seines Hinterrades brachte meinen Puls in ungewohnte Spitzen. Und so entschied ich mich beim Anstieg in Richtung Selscheid schweren Herzens dazu, Beate und die Jungs einfach fahren zu lassen. Einzig Steve blieb – auch dank des auffallenden Auftretens als Clown – in Sichtweite. Bis zum Grävinglöh hatte ich dann alle meine Körner verschossen. Naja, weit war es ja nicht mehr, also Zähne zusammenbeißen und durch!

Der P-Weg: Ein Event für alle!

Der P-Weg: Ein Event für alle!

Kurz vor der Hohen Molmert, wo eine Zuschauergruppe um Steffen Reeder (Danke für die Bilder!) mit dem Banner „Jetzt geht´s bergab“ für den finalen Motivationsschub sorgte, konnte Andreas zu mir aufschließen, mich überholen und letztlich stehen lassen. Woher Andreas zu diesem Zeitpunkt des Rennes noch so einen Punch nahm… ich weiß es nicht.

Andreas hatte bis zuletzt mächtig Druck auf den Pedalen

Andreas hatte bis zuletzt mächtig Druck auf den Pedalen

Krampfgeplagt brachte ich den sonst so geliebten Single-Trail hinter mich. Unterwegs musste ich dabei leider Steve und ein paar Meter später auch Paul am Streckenrand mit einem Defekt wahrnehmen. Oberschenkelkrämpfe sorgten dann auch auf den wirklich letzten Metern durch die Innenstadt dafür, dass der endgültige Druck auf die Pedale ausblieb. Egal, der Schwung reichte, um trotzdem über die Ziellinie rollen zu können. Der Kräfteverschleiß machte sich dann auch im Interview mit P-Weg Moderator Carsten Bock auf der Bühne bemerkbar. Sorry Carsten, im nächsten Jahr antworte ich hoffentlich ausführlicher. Bepackt mit Finisher Shirt, Medaille, Streuselkuchen und Weizenbier schlenderte ich durch den Zielbereich und ließ mir die Erlebnisse der Teammitglieder schildern. Die schnellsten drei Bergbeißer auf der Kurzstrecke hießen Simon (2:09 Stunden), Cedrik (2:12 Stunden) und Andreas (2:17 Stunden). Bei mir blieb die Stoppuhr nach 2:17 Stunden stehen. Ein wahres Feuerwerk zündeten unsere Langstreckler ab. Katja konnte die Gesamtwertung der 74 km Distanz gewinnen (4:42 Stunden).

Die Bergbeißer Keke und André hinterließen auf der Langdistanz einen bärenstarken Eindruck

Die Bergbeißer Keke und André hinterließen auf der Langdistanz einen bärenstarken Eindruck

Auf dem Podium der Langdistanz (93 km) sorgten Keke (3:52 Stunden – Gesamtplatz 2) und André (4:07 Stunden – Gesamtplatz 3) für eine Bergbeißer Dominanz. Alexander Gläser (Mondraker Rockets) sicherte sich mit nur 13 Sekunden Vorsprung vor Keke den Spitzenplatz. Bergbeißer Ulrich erreichte einen starken 9. Gesamtrang (4:15 Stunden – Platz 2 in der Altersklasse Sen 3).

Bergbeißer Uli ist seit Jahren Stammgast auf dem P-Weg Podium

Bergbeißer Uli ist seit Jahren Stammgast auf dem P-Weg Podium

Neben den Podiumsplätzen feierten wir auf der After-Race-Party im „Plettenberger“ vor allem das Finish aller Teilnehmer. Trotz schwieriger Bedingungen konnten alle Bergbeißer unversehrt das Ziel erreichen. An dieser Stelle gilt der Dank noch einmal an alle zum größten Teil ehrenamtlichen Helfer, die uns die Teilnahme an einem so außergewöhnlichen Event erst ermöglichen. Danke Euch! Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!

Fotos: Süderländer Tageblatt (1), Stadtmarketing Plettenberg (1), Privat (12)

Lukas sprintet bei den EuroEyes Cyclassics auf Platz 7

von |August 26th, 2017|

Lukas sprintet bei den EuroEyes Cyclassics auf Platz 7

Auf satte 180 km wurde die ohnehin schon lange Rennstrecke der EuroEyes Cyclassics 2017 in Hamburg verlängert. Dennoch gehört der Radklassiker zu einem Pflichtevent für Lukas.

Am vergangenen Sonntag ging es morgens um 6.30 Uhr für Lukas nach dem Frühstück dann Richtung Hafen City. Trotz Sonnenschein, waren es nur 12 Grad bei einer norddeutsch, frischen Brise. Nach und nach füllte sich Startblock A dann auch mit den üblichen Verdächtigen.

Lukas fiebert dem Startschuss in Hamburg voller Zuversicht entgegen

Lukas fiebert dem Startschuss in Hamburg voller Zuversicht entgegen

Um 7.45 Uhr wurde endlich der Startschuss gegeben um die mittlerweile fast eingefrorenen Beine wieder warm zu strampeln. Die ersten 60 km verlief das Rennen verhältnismäßig ruhig bis die ersten Ausreißversuche und Attacken gefahren wurden. Eine zweiköpfige Spitzengruppe konnte sich hierbei zwischenzeitlich Absetzen. Die Verfolgergruppe war mit über 100 Fahrern dennoch sehr groß.

Somit ging es die nächsten knapp 100 km über norddeutsches Flachland zurück über Hamburg Richtung Wedel. Aufgrund des flachen Profils war eigentlich klar, dass sich erst nach der Bergwertung am Kösterberg das Feld trennen wird. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von über 35 km/h konnte Lukas den 5. Platz der Bergwertung für das Team Bergbeißer sichern und mit der Verfolgergruppe die Jagd auf die zwei Ausreißer aufnehmen.

Die anschließende Abfahrt entlang der Elbchaussee Richtung Hamburg war sehr hektisch und von harten Tempoantritten geprägt. Somit dauerte es auch nur wenige Minuten bis die Ausreißer in Sicht und schließlich wieder eingeholt waren. Damit war klar, dass das Rennen im Sprint entschieden wird.

Von der Reeperbahn ging es dann im Mördertempo Richtung Ziel auf die Mönckebergstraße. Auf den zwei letzten Kurven hieß es dann stark sein um nicht abgedrängt zu werden. Trotz einigen Ellenbogen-Attacken konnte sich Lukas in aussichtsreiche Position bringen und auf den letzten 300 Metern noch einmal alles geben. Was für ein spannendes Sprintfinale bei dem es am Ende für den 7. Platz in der Gesamtwertung und den 2. Platz in der Altersklasse Masters 1 reichte.

Auch im Ziel: Daumen hoch!

Auch im Ziel: Daumen hoch!

Wieder einmal ein tolles Rennen, mit super Zuschauern und einer tollen Atmosphäre – Hamburg wir kommen wieder!

Auf der Euphoriewelle zum RaR-Gesamtsieg

von |August 2nd, 2017|

Auf der Euphoriewelle zum RaR-Gesamtsieg

Die insgesamt 8. Teilnahme auf einer längst bekannten Strecke in bewährter und eingespielter Teamzusammenstellung – was sollte Rad am Ring 2017 da noch Unerwartetes hervorbringen? So einiges, das sei schon einmal gesagt! Doch steigen wir erst einmal langsam in die Story ein und beginnen beim Gewohnten: Die Anreise! Aus alter Tradition treffen sich Björn, Thomas und Sven am Freitagvormittag im Sauerland, um von dort aus vollgepackt mit allem, was man auch zum Auswandern benötigen würde, in die Eifel aufzubrechen. Nach einem ebenso ritualisierten Kaffee-Zwischenstopp an der Raststätte Aggertal war der Ring zum Greifen nah. Premiere Nr. 1: Eine Anreise ohne Stau. Ja sehr gut, das Wochenende sollte unter einem guten Stern stehen. Auch in Sachen Wetter waren wir auf dem richtigen Weg. Ein ganzes Wochenende Sonnenschein in der Eifel – na das ist ja schon fast wie ein 6er im Lotto. Dementsprechend guter Dinge und bestens gelaunt kamen wir am Freitagnachmittag zusammen mit hunderten weiteren Radsportverrückten am Nürburgring an.  Drei der angesprochenen Radsportverrückten nahmen uns auf unserer Stammparzelle herzlich in Empfang: Lina, Lukas und Martin waren erst wenige Minuten vor uns angekommen.

Der Start ins Wochenende wird mit Gegrilltem und Weizenbier gefeiert

Der Start ins Wochenende wird mit Gegrilltem und Weizenbier gefeiert

Mit vereinten Kräften richteten wir unser imposantes und von Jahr zu Jahr professioneller ausgestattetes Lager ein. Zelte und Pavillons waren ebenso schnell aufgebaut wie der für den Freitagabend überlebenswichtige Grill. In entspannter Atmosphäre genossen wir die wohltuenden Sonnenstrahlen bei mageren Putensteaks, frischen Salaten und isotonischen Kaltgetränken. Wohl vom Grillgeruch angelockt gesellte sich am frühen Abend auch Berit in unsere illustre Runde.

Grillmeister Lukas hat die Versorgung der hungrigen Teammitglieder fest im Griff

Grillmeister Lukas hat die Versorgung der hungrigen Teammitglieder fest im Griff

Was macht man an so einem Abend, dem Abend vor der großen Quälerei? Zurückblickend ist man damit beschäftigt, Sturmschäden am Zelt zu reparieren, durchnässte Klamotten mittels Heizofen in den Ursprungszustand zu bringen oder die von Löchern bespickte Luftmatratze zu flicken. Am Freitag war alles anders. Das Lager war besser und schneller eingerichtet denn je, das Essen mitsamt gesponserten Nudelsalaten schmeckte köstlich und die Vorfreude auf den Startschuss lag förmlich in der Luft. Einzig die zehn fehlenden Hühnereier, die für das Rührei am nächsten Morgen vorgesehen waren, bereiteten Kopfschmerzen. Nachdem wir für alle die Startunterlagen abgeholt hatten und die eine oder andere Anekdote der letzten Jahre ausgetauscht hatten, läuteten wir die Nachtruhe ein. Auf das Öffnen der Augen folgte am Samstagmorgen gegen sieben Uhr der für den Ring übliche Kontrollcheck: Innenwände Zelt trocken? Check! Strom vorhanden? Check! Blauer Himmel? Check! Wahnsinn, so gut lief es noch nie. Mit der aufgehenden Sonne trafen schließlich auch Elisa und Christian auf der Grand Prix Strecke ein. Traditionell ist Christian als Frühstücksminister für das leibliche Wohl der Bande verantwortlich. Spätestens als der Wahl-Österreicher die 10 vermissten Hühnereier aus dem Hut zauberte, lagen ihm alle Bergbeißer zu Füßen. So gemütlich wie der Freitagabend endete, startete der Samstagmorgen mit einem ausgiebigen Frühstück. Mit der Ankunft von Astrid und Oliver war das Team komplettiert.

Das RaR-Team: Christian, Sven, Björn, Lukas, Oliver, Thomas, Astrid, Lina (stehend v.l.n.r), Berit, Martin und Elisa (sitzend v.l.n.r.)

Das RaR-Team: Christian, Sven, Björn, Lukas, Oliver, Thomas, Astrid, Lina (stehend v.l.n.r), Berit, Martin und Elisa (sitzend v.l.n.r.)

Kurz zur Übersicht: Wir haben am Wochenende drei Bergbeißer-Teams auf dem Rennrad durch die Grüne Hölle geschickt. Astrid und Lina stellten sich der Frauen-Konkurrenz der 2er Teams, Oliver und Lukas taten selbiges bei den Männern und Björn, Christian, Thomas und Sven nahmen es mit den 4er Teams auf sich. Berit, Elisa und Martin füllten den letztendlich wichtigsten Part des Wochenendes aus und erledigten 90 Prozent der anfallenden Arbeit. Während unsere „Radler“ lediglich einigermaßen zügig in die Pedale treten mussten, kümmerte sich das Support-Trio um alle weiteren anstehenden Aufgaben. Sie fungierten als Mechaniker, Fotografen, Physiotherapeuten, Köche, Entertainer, Motivatoren oder Manager – einfach klasse diese Unterstützung.

Letzte Reparaturen am Bike vor dem Start

Letzte Reparaturen am Bike vor dem Start

Nachdem bis dato alles so reibungslos lief, sollte kurz vor dem Start dann doch noch etwas Hektik aufkommen. Insbesondere letzte Reparaturen am Rad sollten den geregelten Ablauf noch einmal durcheinander bringen. Doch auf die letzte Sekunde waren alle Bergbeißer startklar. Oliver, Astrid und Björn übernahmen jeweils den Part des Startfahrers und schlängelten sich im Renntempo durch die Grüne Hölle. Nach nicht einmal annähernd einer Stunde war das Trio wieder am Teamlager angekommen.

Lukas und Lina warten gespannten auf Ihren Einsatz

Lukas und Lina warten gespannten auf Ihren Einsatz

Folglich übernahmen Lina, Lukas und Christian die Staffelstäbe. Auch die Drei meisterten Ihre jeweils erste Runde im Eiltempo. Während dann schon wieder Astrid und Oliver in die Pedale treten mussten, komplettierten Sven und Thomas die Runde 3 und 4 für das 4er Team.Die Startphase war überstanden und innerhalb des gesamten Teams ebbte die Euphorie nicht ab. Die Beine waren noch frisch, die Sonne sorgte für die Rennfahrerbräune und dank des großartigen Supports im Lager sollte auch während der Ruhephasen kein Wunsch unerfüllt bleiben. Bis in die Abenddämmerung sorgten insbesondere unsere beiden 2er Teams für Furore. Mit konstanten Rundenzeiten um die 55 Minuten (Mädels) und unglaublichen 47 Minuten (Jungs) waren die Augen klar auf einen Podiumsplatz gerichtet. Auch das 4er Team überzeugte in einer starken Konkurrenz mit ehemaligen Radprofis wie Rene Haselbacher oder Paul Voß und räumte den einen oder anderen persönlichen Rundenrekord ab.

Daumen hoch für die Startphase

Daumen hoch für die Startphase

Der Bergbeißer-Express nahm also Fahrt auf und schien nicht zu bremsen. Doch, die Bremse schlug ein, und zwar wie… um kurz nach 8 Uhr klingelte Lukas Handy. Oliver war in der Leitung, der sich zu diesem Zeitpunkt eigentlich im steilen Anstieg hinauf zur Hohen Acht befinden sollte und dabei an alles andere als an Telefonieren denken sollte. Kurz und knapp schilderte Oliver: „Rahmenbruch, das war´s!“ Die große Euphorie war vorbei, Resignation und vor allem Sorge machte sich breit. Umso größer dann die Erleichterung, dass Oliver zwar mit einem zerstörten Rahmen, selbst aber unversehrt aus einem Service-Wagen stieg. In der schnellen Kurvenpassage hinunter nach Adenau tat es einen stumpfen Knall und der Rahmen erreichte bei Tempo 85 km/h sein Lebensende. Nur der schnellen Reaktion von Oliver und einem hellwachen Schutzengel war es zu verdanken, dass das Rad samt Fahrer ohne unfreiwilligen Bodenkontakt zum Stehen kam. Lediglich eine kleine Schürfwunde, die sich Oliver an der scharfen Bruchstelle einholte, zierte von dem Schreckmoment. Dem Renner war dagegen schnell anzusehen, dass er für das 24h Rennen am Nürburgring und auch für weitere Ausfahrten nicht mehr zur Verfügung steht. Für Oliver und Lukas blieb fortan nur noch die Zuschauerrolle. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Beiden auf einem aussichtsreichen 2. Gesamtplatz. Doch nachdem der erste Schock überstanden war, war das Duo schon wieder zu Scherzen aufgelegt. Zusammen mit Berit, Elisa und Martin setzten Oliver und Lukas nun alles daran, den Support für das 2er und das 4er Team zu bündeln.

Lina und Lukas sind froh, den Anstieg hinaus zur Hohen Acht hinter sich gebracht zu haben

Lina und Lukas sind froh, den Anstieg hinaus zur Hohen Acht hinter sich gebracht zu haben

Astrid und Lina starteten als Führungsduo in die Nacht und auch Björn, Christian, Sven und Thomas waren weit von Rundenzeiten über einer Stunde entfernt. In Anbetracht des guten Wetters schlugen die Fahrer ihr Nachtlager unter freiem Himmel auf. Eingemuckelt im Schlafsack verfolgten die Akteure vom Gartenstuhl aus das Treiben auf der Rennstrecke. Die Nacht verlief ohne Zwischenfälle, sodass Sven zusammen mit Lukas den Sonnenaufgang in der Eifel begrüßte. Im Formationsflug rasten die beiden über den Ring und genossen die Fahrt in den Morgen hinein. Auch die Rundenzeiten sollten sich mit dem angebrochenen Tag wieder verbessern. Währenddessen übernahm Martin den Posten des Frühstücksministers und versorgte alle Teammitglieder mit dem nötigen Koffeinnachschub. Zu diesem Zeitpunkt bauten Lina und Astrid ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auf nun schon zwei Runden weiter aus. Die erfahrenen Nordschleifen-Hasen um Björn, Christian, Sven und Thomas sicherten ihren Platz im ersten Viertel der 4er Teams.

Noch einmal den Tacho nullen und ab in die Grüne Hölle

Noch einmal den Tacho nullen und ab in die Grüne Hölle

Die gute Atmosphäre im Team und der Einsatz aller für jedes einzelne Teammitglied trösteten über das frühe Ausscheiden von Oliver und Lukas hinweg. Vielmehr setzte am Sonntagvormittag eine Jetzt-erst-recht-Stimmung ein. Auch der stärker aufkommende Wind, insbesondere als Gegenwind auf der Döttinger Höhe deutlich spürbar, machte den Bergbeißern keinen Strich mehr durch die Rechnung. Der komfortable Vorsprung der Mädels erlaubte zum Abschluss sogar noch eine Ehrenrunde.

Beim letzten Wechsel blieb sogar noch Zeit für ein Teamfoto, ehe Lina, Lukas, Sven und Christian die Schlussrunde einläuteten

Beim letzten Wechsel blieb sogar noch Zeit für ein Teamfoto, ehe Lina, Lukas, Sven und Christian die Schlussrunde einläuteten

Nachdem Björn und Thomas noch einmal Top-Rundenzeiten in den Asphalt meißelten, machten sich Sven und Christian zusammen mit Lukas und Lina auf die Schlussrunde – und diese wurde zelebriert, so viel sei gesagt. Christian und Sven loteten noch einmal aus, was bergab mit Windschatten und jeder Menge Motivation für Spitzengeschwindigkeiten möglich sind. Am Verpflegungsstand im Streckenabschnitt Bergwerk wurde standesgemäß auf den Gesamtsieg der Mädels angestoßen. Leider nicht wie Froome und Co mit Sekt, aber immerhin mit einem erfrischenden Iso-Drink. Am sonst so verfluchten Anstieg hinauf zur Hohen Acht blieb sogar Zeit und Luft für Fotos und auch der Verpflegungsstand am höchsten Punkt der Nordschleife wurde erstmals angesteuert. Mit einer deftigen Mettwurst im Magen steuerte das Quartett dem Ziel entgegen.

An der Hohen Acht gönnten sich die Bergbeißer zum Abschluss noch eine deftige Mettwurst

An der Hohen Acht gönnten sich die Bergbeißer zum Abschluss noch eine deftige Mettwurst

Auf der Zielgeraden standen die anderen Teammitglieder in freudiger Erwartung. Gemeinsam überquerten alle drei Teams der Bergbeißer die Ziellinie. Die 24h waren überstanden! Pure Erleichterung und der eine oder andere emotionale Ausbruch machten sich breit. Es war geschafft, und wie?!

Lina (l.) und Astrid dürfen sich bei der Siegerehrung für den Gesamtsieg feiern lassen

Lina (l.) und Astrid dürfen sich bei der Siegerehrung für den Gesamtsieg feiern lassen

Lina und Astrid räumten in souveräner Manier die Gesamtwertung der 2er Frauen Teams ab und Björn, Christian, Sven und Thomas spulten die noch im Vorjahr verpassten 25 Runden ab und belegten am Ende den 153. Platz aller 580 4er Männer-Teams. Lukas und Oliver setzten der Anfangsphase des Rennens ihren Stempel auf und sorgten dafür, dass der Konkurrenz für das nächste Jahr angst und bange werden kann. Im nächsten Jahr wollen alle acht Bergbeißer wieder angreifen. Und wer weiß, vielleicht wechselt dann auch der eine oder andere Supporter die Seiten und steigt mit aufs Rad.

Wir sehen uns 2018, auf und neben der Strecke!

Ein Lauf für den Arbeitgeber und den guten Zweck

von |Juni 7th, 2017|

Ein Lauf für den Arbeitgeber und den guten Zweck

Die Santander Consumer Bank in Mönchengladbach hat es mit den Sportevents nicht leicht gehabt. Letztes Jahr musste der erste Santander Marathon aufgrund von Unwetterwarnungen abgesagt werden. Was soll ich sagen – Glück für mich. Denn so konnte ich bei dem ersten Santander Marathon am Pfingstsamstag live dabei sein. Und nicht nur ich. Als ich von meiner Laufgruppe und meinen Kollegen erfahren habe, dass der Santander Marathon dieses Jahr einen zweiten Versuch wagt, war ich sofort voller Elan. Die Tatsache, dass Santander 10 Euro pro Läufer für einen guten Zweck spendet, hat meine Entscheidung bestärkt. Und so habe ich natürlich direkt Sven und Torben von dem Lauf erzählt und sie gebeten, mich bei dem Lauf zu unterstützen. Ich muss allerdings sagen, dass dabei mehr Überzeugungskraft vonnöten war, als gedacht. “Ich glaube, ich laufe dann aber nur die 10km Runde”, so Sven. Ich schätze, sein männliches Ehrgefühl hat im Ende gesiegt. So haben sich Torben, Sven und ich für die Halbmarathon Distanz angemeldet. Das ist nichts Neues – immerhin sollte es mein vierter Halbmarathon werden. Etwas ungewohnt war allerdings die Startzeit: 16:30 Uhr. Das stellte uns natürlich erstmal vor logistische Schwierigkeiten – wie zum Beispiel vor die Frage, was essen wir und wann essen wir? Im Endeffekt hat dann der Glaube an Kohlenhydrate gesiegt und so haben wir uns um 14 Uhr eine große Portion Pasta gegönnt. Direkt danach stieg meine Nervosität. “Wie soll ich das nur schaffen. Ich bin doch kein bisschen auf einen Halbmarathon vorbereitet”, kreisten meine Gedanken. Und sie trügten mich nicht. Denn der Lauf war hart und die Argumente von Sven und Torben, dass das Streckenprofil hier in Mönchengladbach ja im Vergleich zu dem P-Weg keinerlei Höhenmeter hätte und es dementsprechend nicht so anstrengend werden könnte trafen für mich keineswegs zu.

Berit, Torben und Sven warten gespannt auf den Startschuss

Berit, Torben und Sven warten gespannt auf den Startschuss

Aber beginnen wir von vorne. Kurz vor dem Start zogen dicke Gewitterwolken auf, es grummelte und Unheil drohte. Aber das war schnell vorbei und kurz vor Start kam die Sonne wieder raus. Es war heiß und schwül. Aber die Stimmung an der Strecke war gut und motivierte. Quickspots und Hotspots entlang der Strecke, an denen Musik von unterschiedlichen Epochen gespielt wurde, kurbelten meinen Ehrgeiz an. Ebenso wie ein paar meiner Santander Kollegen und Kolleginnen, die mich vom Seitenrand angefeuert haben. Aber nach der ersten Runde durch die Mönchengladbacher Innenstadt war ich kurz davor, aufzugeben. Die Beine waren schwer, die Knie schmerzten und der Ehrgeiz schwand immer mehr. Nur der Gedanke daran, wie mich die beiden Jungs aufziehen würden, würde ich jetzt aufhören hielt mich davon ab, nach den ersten 10 km auf zu hören. Und so rannte ich schnell durch das Ziel und trat die zweite Runde an, bevor ich es mir anders überlegen konnte. Passend dazu kühlten sich die Temperaturen etwas ab und es war viel angenehmer zu laufen. Gegen km 15 sagte ich mir, meinen Kopf auszuschalten und meinen Beinen im wahrsten Sinne des Wortes freien Lauf zu lassen. Und so schaffte ich es irgendwie ins Ziel. 2:30 Stunden – nicht meine Glanzleistung, aber ich habe es ins Ziel geschafft und um ehrlich zu sein, ist es genau das, was für mich zählt. Und wer weiß, vielleicht war der erste Halbmarathon in diesem Jahr ja ein gutes Training für den bevorstehenden P-Weg.

 

Knietief im Schlamm

von |Juni 1st, 2017|

Knietief im Schlamm

Zufällig hielt ich vor ein paar Monaten einen Flyer des „Sauerlandpark Hemer“ in meinen Händen und beim Durchblättern blieb mein Blick bei dem 3. Hemeraner Treppenlauf hängen:  466 Treppenstufen, ca. 100 Höhenmeter auf gerade einmal ca. 350m Laufdistanz.  Das wäre doch mal etwas anderes dachte ich mir. Noch viel interessanter fand ich dann allerdings den am selben Tag im Sauerlandpark stattfindenden Adventure Trail Run, der sich bei genauerem Betrachten als ein kleiner Bruder (der sich aber absolut nicht verstecken muss) von bekannten Läufen wie dem „xletix“ oder „tough mudder“ entpuppte. Nach kurzem Überlegen und der Suche nach Mitstreitern haben sich Mara und ich schließlich angemeldet. Berit und Sven hatten leider zu große Sorge, sich vor dem anstehenden Halbmarathon in Mönchengladbach zu verletzen.

Insgesamt galt es auf 3 Laufrunden á 3,3km 66 Hindernisse zu überwinden. Was genau uns an Hindernissen erwarten würde wussten wir nicht. Nur, dass es sowohl natürliche als auch künstliche Hindernisse geben würde und der Trail querfeldein durch den Wald, über Sand, Stein und Holz gehen würde war bekannt. Auch ein Wasserhindernis, durch das man evtl. auch schwimmen muss, konnte uns von unserem Vorhaben nicht abschrecken.

Kurz vor unserer Abfahrt verzog sich dann zum Glück auch das Gewitter, welches leider nicht für einen Temperaturabschwung sorgte und wir kamen bei gutem Wetter und ca. 30° in Hemer auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände an. Schon bei der Anfahrt erspähten wir den Jübergturm: „Gott sei Dank müssen wir da nicht hoch“. Dachten wir zumindest, denn im Startbereich wurde uns klar, doch wir müssen die ganzen Stufen bis zum Turm hoch. Im mit 900 Teilnehmern gefüllten Start- und Zielbereich fiel unser Blick schnell auf zwei Hindernisse, die für eine schöne Abkühlung sorgen sollten: Zum einen ein großes, mit Reifenketten überspanntes und braunem Wasser gefülltes Becken und drei große Entsorgungscontainer voll mit Wasser. Der Moderator der Veranstaltung, die auch live bei Facebook übertragen wurde, stellte den Startern die Strecke vor, allerdings konnte man sich unter den Namen der Hindernisse nur teilweise vorstellen, was einen erwartet. Diese hatten Namen wie: Stairs to heaven, Guten Rutsch, frog jumping, Kiss the beach, Warsteiner Bierkistenballett, hang down oder Auf die Barrikaden. Unsere schon erspähten Wasserhindernisse hörten auf den Namen: mud pool and body wash.

Um zu große Wartezeiten an den Hindernissen zu verhindern ließ man immer 150 Läufer im Abstand von 1:30 Minuten starten. Kurz nach dem Start, ging es über einen Berg von Heuballen, einen sehr rutschigen Hügel, unter Wasser hindurch und zum ersten Mal einige Treppenstufen hinauf. Bevor es zu den nächsten Stufen ging, musste man sich noch im Sandsackschleppen beweisen. Oben angekommen, wartete eine Wand aus Paletten, unzählige Reifen, Sackhüpfen, Betonröhren, steile Abwärtstrails und das Warsteiner Bierkästenballett auf uns. Die im 90° aufgestellte Wand, das 50cm über dem Boden überspannte Beachvolleyball-Feld und der Drahtkasten, unter dem wir herkriechen oder rollen mussten erinnerten mich schon sehr stark an meine Zeit bei der Bundeswehr und den Truppenübungsplatz. Man merkte, dass hier mal eine Kaserne war.

Nach weiteren Hindernissen erreichten wir schließlich den “mud pool“. Was wir hierbei leider nicht gesehen haben, war, dass es sich hierbei nicht einfach nur um dreckiges Wasser handelte, sondern wir  durch ca. 30cm tiefen Matsch waten mussten, der sich wunderbar in den Schuhen absetzte. Runde 2 und 3 galt es also mit nassen Schuhen und ersten Schürfwunden zu überstehen. Aber es hat sich gelohnt und richtig viel Spaß gemacht. Auch mussten wir lediglich in der ersten Runde wenige Minuten an den Hindernissen warten und nicht wie bei xletix und ähnlichen Veranstaltungen üblich 15-30 Minuten anstehen.

Torben hat in Hemer alle Hindernisse erfolgreich gemeistert

Torben hat in Hemer alle Hindernisse erfolgreich gemeistert

Nächstes Jahr sind wir definitiv wieder dabei. Gerne auch mit vielen weiteren Bergbeißern, denn bei dem Adventure Trail Run steht auf jeden Fall der Spaß im Vordergrund und Teamgeist spielt gerade bei den Hindernissen eine große Rolle!

Torben

Nach der Unterbrechung war die Lauft raus

von |Mai 14th, 2017|

Nach der Unterbrechung war die Luft raus

“Willst Du nächste Woche nicht auch zum Hockenheimring kommen?” – “Ja, warum eigentlich nicht!” Lukas’ Frage und meine knappe Antwort hatten das Schicksal besiegelt. Kurz entschlossen meldete ich mich für das zweite Rennen im Rahmen des German Cycling Cups auf dem Hockenheimring an. Na klar, die 120 km sollten es werden – auf dem Rennrad und ohne Höhenmeter, kein Problem! Lange war ich nicht mehr so gutgläubig, aber später mehr dazu. Am Samstag war also der Tag gekommen, an dem ich mich zusammen mit Thomas und Lukas am Hockenheimring verabredete, um dort auf der legendären Formel 1 Strecke auf Rundenjagd zu gehen.

Bei Kaiserwetter voller Vorfreude auf das Rennen: Lukas, Thomas und Sven

Bei Kaiserwetter voller Vorfreude auf das Rennen: Lukas, Thomas und Sven

Bei bestem Wetter und nahezu sommerlichen Temperaturen trafen wir drei Bergbeißer fast zeitglich im Fahrerlager ein. Startnummern montieren, Trikot an und auf einer kurzen Einrollrunde die Beine locker machen – es war alles angerichtet. Während Thomas und Lukas schon den einen oder anderen Rennkilometer plus unzählige Trainingskilometer in den Beinen hatten, stand ich relativ jungfräulich im Startblock. Egal, ich hatte richtige Lust auf das Rennen. Das gute Wetter, die faszinierende Kulisse und die vielen netten Kollegen – was sollte auf den uns bevorstehenden 26 Runden schon schiefgehen.

Das angespannte Teilnehmerfeld wartet auf den Startschuss

Das angespannte Teilnehmerfeld wartet auf den Startschuss

Der Startschuss war noch nicht ganz gefallen, da machte sich im Feld die gewohnte Hektik breit. Gleich zu Beginn möglichst weit vorne eine gute Gruppe erwischen, das war die Devise. Während sich Lukas, dicht gefolgt von Thomas direkt einen Platz in der Spitzengruppe sicherte reihte ich mich in einer fixen Verfolgergruppe ein. Und siehe da, es passte. Runde für Runde legte sich die Hektik und die Gruppe harmonierte sehr gut zusammen. Leider musste ich Lukas nach nur zwei Rennrunden fluchend am Streckenrad erblicken. Eine defekte Kette ließ seinen Traum von einer Spitzenplatzierung schon früh im Rennen platzen. In der sechsten Runde wurde dann auch unser D-Zug gebremst. In einer vorderen Gruppe kam es zu einem schweren Sturz, der den Einsatz eines Rettungshubschraubers nach sich zog. Folglich entschied die Rennleitung auf Rennabbruch. Streckenposten leiteten das Fahrerfeld der 120 und 60 km Runde in die Boxengasse. An dieser Stelle wünschen wir dem Verunfallten alles Gute und eine schnelle Genesung!

Warten statt Radeln beim GCC auf dem Hockenheimring

Warten statt Radeln beim GCC auf dem Hockenheimring

Sobald der Rettungseinsatz auf der Strecke beendet war, sollte das Rennen neu gestartet werden. Dass sich während der Unterbrechung jedoch ein Unwetter über der Rennstrecke breit machte, erschwerte die Entscheidung der Rennleitung. Starkregen und aufkommende Blitze um den Ring zwangen unser Bergbeißer Trio dazu, sich beim nächstbesten Getränkestand unterzustellen. Zahlreiche Teilnehmer nahmen den abrupten Wetterumschwung zum Anlass, den verfrühten Heimweg anzutreten. Radrennen auf Motorsport-Rennstrecken und Wetterkapriolen – das passte für uns irgendwie zusammen. Zu oft wurden wir bei Rad am Ring auf der Nürburgring Nordschleife Zeuge “besonders suboptimaler” Zustände. Also entschlossen wir uns dazu, erst einmal eine Entscheidung der Rennleitung abzuwarten. Kurz nachdem wir uns profilaktisch schon einmal die Regenklamotten anlegten kamen dann auch die erwarteten Informationen: Das Rennen wird mit verkürzter Distanz neu gestartet (10 Runden). Alle bis dato absolvierten Runden sollten aus der Wertung fallen. Na gut, auf ein Neues. Durchnässt und nach wie vor von teils weltuntergangsähnlichen Wetterbedingungen begleitet fanden wir uns gerade noch rechtzeitig zum Restart auf der Start/Ziel Gerade ein.

Geplagt vom Regen bahnt sich Sven seinen Weg durch das Motodrom

Geplagt vom Regen bahnt sich Sven seinen Weg durch das Motodrom

Zwar gesitteter und mit einer den Streckenbedingungen entsprechendenen Vorsicht drückte das Feld gleich von Start an auf das Tempo. Während mein Garmin für die Runden vor dem Rennabbruch noch eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 41 km/h ausspuckte, sollte die Tachonadel auch auf regennasser Strecke nicht unter 40 km/h fallen. Vielleicht doch etwas zu viel des Guten. Denn anders als noch vor der Unterbrechung war sich unsere Gruppe nun uneins über die zu verrichtende Führungsarbeit. Zusammen mit drei anderen Mitstreitern nahm ich das Heft des Handelns in die Hand und gab mächtig Druck auf die Pedale – dumm und naiv, wie ich später feststellte. Denn nach sechs zurückgelegten Runden explodierte mein Motor. Eine halbe Runde lang versuchte ich noch verzweifelt, mich vom Sog der Gruppe mitreißen zu lassen, ehe die bissigen Beschleunigungsphasen nach den Kurven für meine Isolation sorgten. Hervorragend, ohne Gruppe und bei erneut einsetztendem Regen war ich allein im Schneckentempo unterwegs. Was hätte ich jetzt für einen knackigen Berg gegeben, auf dessen Abfahrt ich mich hätte regenerieren können. Naja, es hatte keinen Zweck mehr, fortan radelte ich mein eigenes Rennen – nicht auf Platzierung, sondern auf Ankommen!

Zu schnell für den Fotografen und trotzdem alleine auf weiter Flur: Lukas nimmt den technischen Defekt mit Galgenhumor

Zu schnell für den Fotografen und trotzdem alleine auf weiter Flur: Lukas nimmt den technischen Defekt mit Galgenhumor

Die Moral im Team musste einen weiteren Dämpfer hinnehmen, als Lukas nach bravoröser Aufholjagd erneut mit Materialschaden auf dem Grünstreifen wiederzufinden war. Einzig Routinier Thomas zeigte sich unbeeindruckt von den äußeren Umständen und spulte Runde für Runde im Affenzahn ab.

Nicht einmal mehr motiviert, um für die Sportografen den Hampelmann auf dem Rad zu machen, rollte ich sichtlich schlecht gelaunt über die Ziellinie. Meine Laune hob sich jedoch gleich nachdem ich Thomas und Lukas auf mich wartend vor der Boxengasse erblickte. Zusammen mit Thomas freuten wir uns über sein starkes Ergebnis: 7. Platz in der Master 4-Klasse! Zur Belohnung gab es im Zielbereich ersteinmal das verdiente Bier, dass wir uns während der Rennunterbrechung schon einmal vorab reservierten.

Das oligatorische Finisher-Bier hatte sich das Bergbeißer-Trio verdient

Das oligatorische Finisher-Bier hatte sich das Bergbeißer-Trio verdient

Unzufrieden mit dem Rennverlauf aber dennoch irgendwie auch froh, ein chaotisches Rennen hinter mich gebracht zu haben, trat ich am Abend die Heimfahrt ins Schwabenland an. Irgendwie fühle ich mich auf dem MTB einfach wohler, sodass Thomas und Lukas beim nächsten GCC-Lauf wohl wieder ohne mich auskommen müssen – jedenfalls auf der Strecke.

In diesem Sinne noch einen schönen Restsonntag,

Sven

Fotos: Team Bergbeißer (4), Sportograf (2)

Frühjahrsmarathon in Barcelona

von |April 27th, 2017|

Frühjahrsmarathon in Barcelona

Die Winterzeit eignet sich nicht zum Biken… zumindest nicht für mich. Also wird gelaufen. Und damit das ganze auch mit System geschieht nimmt man sich für das Frühjahr einen Marathon vor. Dieses Jahr sollte es Barcelona sein – zusammen mit meiner Lauffreundin Nathalie. Das eigentlich Schlimme am Marathon ist nicht der Marathon selbst, sondern der lange Weg dorthin!
Du MUSST trainieren! Ohne Training kein Finish! Also gibt’s einen Plan der mindestens 12 Wochen diszipliniertes Training fordert. Schlimm wird es erst wenn die langen Läufe anstehen… und alles was über 10 km ist, sind für mich schon lange Läufe. 28, 30, 32 und 35 km Läufe habe ich im Training abgerissen. Wegen ständiger Rückenbeschwerden, die Schmerzen zogen schon runter bis in die Beine, konnte ich nur wenig bis keine Intervalle bzw. Tempoläufe absolvieren. Also änderte ich mein ursprüngliches Ziel von 4:30h auf Hauptsache ankommen! Neben wenigen gemeinsamen Läufen mit meiner Kollegin hatte ich sie immer auf Strava im Auge und mir wurde schon leicht mulmig. Sie würde mir davon laufen! Egal! Hauptsache ankommen!

Geht euch das auch so, dass die Zeit nur so rennt? Eh man sich versah war auch schon Anfang März und der Marathon stand vor der Tür.

Ein wenig Sightseeing durfte in Barcelona nicht fehlen

Ein wenig Sightseeing durfte in Barcelona nicht fehlen

Ein paar Tage für Barcelona haben wir uns schon gegönnt. So starteten wir ab Düsseldorf Flughafen am Donnerstag und hatten zwei volle Tage um uns die Stadt anzusehen. Ob das so geschickt war, die Beine durch Sightseeing vorher zu belasten, sei mal dahingestellt. Auch die Umstellung von tiefstem Winter zu südlicher Frühlingswärme hat uns etwas zu schaffen gemacht. Das Burger-Menü im Hard-Rock-Cafe war auch nicht gerade die richtige Wettkampf-Vorabend-Mahlzeit…..

Wie dem auch sei, wir standen am Sonntag früh im Startkanal – mit Gänsehaut und aufgewühltem Nervenkostüm.

Was wir völlig unterschätzt hatten ist die Tatsache, dass der Marathon in Barcelona auf den ersten 20 km ständig auf und ab geht. Also hatten wir bis dahin schon einen Großteil unserer Energie verbraucht. Dann wurde die Strecke zwar flach aber nun begleitete uns ein strammer Gegenwind. Die letzten 2 km zogen sich wie Kaugummi. Die Steigung zum Schluss hat uns nochmal alles abverlangt.

Aber dann die letzten Meter durch den Zielkanal, an den applaudierenden Zuschauern vorbei, über die Zielline…..GESCHAFFT !

Ein Spanier kommt auf mich zu um mir die Medaille umzuhängen….ich breche in Tränen aus…völlig erschöpft…emotional am Ende…. Er drückt mich und gratuliert….ich bin stolz trotz miserabler Zielzeit!

Nathalie war wie zu erwarten 45 Minuten vor mir im Ziel aber auch sie hatte hart zu kämpfen. Wir sehen uns, fallen uns in die Arme, weinen wieder ein bisschen……. das war es, der Frühjahrsmarathon ist Geschichte.

Susanne und Nathalie - zwei glückliche Marathon-Bezwingerinnen

Susanne und Nathalie – zwei glückliche Marathon-Bezwingerinnen

Der Zurich Marathon in Barcelona, eine gut organisierte Veranstaltung mit reichlich stimmungsgeladenem Publikum! Sehr empfehlenswert. Von der Stadt selber ganz abgesehen.

 

Nachtlauf-Premiere für Berit

von |Oktober 11th, 2016|

Nachtlauf-Premiere für Berit

Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ein Lauf kann richtig “romantisch” sein. Zu dieser zugegebenermaßen etwas unorthodoxen Erkenntnis bin ich am vergangenen Freitagabend in Mönchengladbach gelangt. Denn da habe ich an meinem ersten Nachtlauf teilgenommen. Wie ich dazu gekommen bin und wie der Lauf für mich war, das erfahrt Ihr in diesem kleinen Bericht.

Was macht man, wenn man ein Wochenende in einer neuen Stadt verbringt und gerade dann zum ersten Mal in der Stadt der Sportscheck-Nachtlauf stattfindet? Genau, man läuft mit. Genau das habe ich mir vor gut einer Woche gedacht, als ich mich spontan zu dem 10 km Lauf angemeldet habe. “Der P-Weg muss Training genug sein”, dachte ich mir im Vorfeld. Und so ging ich am Freitag um 20:45 Uhr an den Start. Ganz Mönchengladbach war von tiefer Dunkelheit eingehüllt und ich hinterfragte kurz und vor Kälte zitternd meine Entscheidung. Aber als ich kurz darauf die rund 1.000 anderen Läufer in der Stadt gesehen habe, hat mich sofort wieder das bewährte Lauffieber gepackt. Dann fiel auch schon der Startschuss. Es ging drei Runden durch Mönchengladbach. Vorbei an all den Orten, die ich sonst nur im hellen Alltagstrubel kenne: am großen Einkaufszentrum Minto, am Geroweiher vorbei und – mein persönliches Highlight – vorbei an meinem Büro. Die Strecke war durch die Straßenlaternen durchweg beleuchtet. Es standen überall Streckenposten. Und das Beste waren für mich mal wieder die Zuschauer, die mich als Sportler immer wieder neu motivieren können. An einem Streckenabschnitt trommelte sogar eine unglaublich tolle Band – immer wenn ich daran vorbeigelaufen bin, haben sich meine Füße automatisch in dem von den Trommeln vorgegebenem Rhythmus bewegt. Ich bin durch die hintersten Gassen gelaufen, vorbei an zahlreichen Privathäusern. Durch die Fenster konnte man teileweise die Familien sehen, die gemütlich vor dem Fernseher saßen, während ich selber mich dazu ermutigen musste, schneller und weiter zu laufen. In einem Hauseingang saß ein Mann ganz gemütlich und ließ mit einem kleinen Leuchtstrahler Sterne an der gegenüberliegenden Hauswand tanzen. Nach drei Runden und vielen neu geknüpften Kontakten auf der Strecke war ich im Ziel. Die Zeit verging schnell Im Endeffekt aber leider nicht schnell genug, denn mein Ziel, unter einer Stunde zu bleiben, habe ich tatsächlich um 2 Minuten verfehlt. Aber ich brauche ja schließlich noch Platz nach oben, Potenzial zur Verbesserung. Wie soll ich mich denn sonst so spontan für den nächsten Lauf anmelden?

Berit feierte am Freitag Ihre Nachtlaufpremiere

Berit feierte am Freitag Ihre Nachtlauf-Premiere

In diesem Sinne: Wer an noch keinem Nachtlauf teilgenommen hat, sollte dies unbedingt nachholen. Ich kann es nur empfehlen. Am besten noch in diesem Jahr, da kommt dann richtig schöne Herbst- bzw. Winterstimmung während des Laufes auf. Viel Spaß!

Eure Berit

Vier Bergbeißer auf den Spuren der Tour

von |Oktober 3rd, 2016|

Vier Bergbeißer auf den Spuren der Tour

Der Termin stand schon lange in den Kalendern der vier Bergbeißer:

Sonntag, der 18. September 2016 – Radrennen „Race am Rhein“ in Düsseldorf, auf der Spur der Tour. Denn hier soll die zweite Etappe der Tour de France 2017 mitten im Herzen von Düsseldorf starten.

Der Tag rückte näher und da das spätsommerliche Hoch bereits abgeklungen war, kam der Gedanke auf, wie das Wetter wohl werden würde. Lukas und Lina fuhren morgens noch durch Starkregen von Aachen nach Düsseldorf, behielten aber ihren Glauben daran, dass der Regen sich schnell verziehen würde. In Düsseldorf angekommen stimmte ein durchwachsener Himmel, der immer wieder sonnige Abschnitte durchblicken ließ, die Teilnehmer zufrieden und das Team wurde mit dem Treffen auf Thomas und Sven vervollständigt. Die Startnummern umter´m Arm suchten sich die Vier einen Bäcker um die Energiespeicher noch mal aufzufüllen, da bei einer Startzeit von 13:00 Uhr die Essenszeiten etwas schwierig zu koordinieren waren. Gegen 12:30 fanden sich dann alle gestärkt in den Startblöcken ein.

Thomas, Lukas, Sven und Lina fiebern dem Start in Düsseldorf entgegen

Thomas, Lukas, Sven und Lina fiebern dem Start in Düsseldorf entgegen

Sven, Thomas und Lukas starteten aus Startblock A. Lina wartete „allein“ im Startblock B auf den Startschuss für das Rennen.

Berit und Sarah waren unterstützend am Rand der Strecke dabei. Sei es der psychologische Support, das Fotografieren oder dafür, in den letzten Minuten vor dem Start doch noch Windweste oder Armlinge entgegen zu nehmen oder noch einmal schnell den Labello zu reichen.

Labello aufgetragen und Windweste abgelegt: Lina ist bereit für den Startschuss

Labello aufgetragen und Windweste abgelegt: Lina ist bereit für den Startschuss

Dann fiel der Startschuss. Zwei Runden rund um Düsseldorf á 46 km sollten gefahren werden.

Die Strecke schlängelte sich hinaus aus der Innenstadt, über etliche Straßenbahnschienen und durch den Kö-Bogen-Tunnel – was ein Sound, wenn hunderte Rennräder durch den Untergrund surren!

Durch Pempelfort hindurch, durften nach ewenigen flachen Kilometern die Fahrer das erste Mal ihre Beine unter Beweis stellen: Hinauf zur Galopprennbahn von Grafenberg, wo nächstes Jahr die erste Bergwertung der Tour de France vergeben wird. Lukas trat ordentlich in die Pedale und konnte sich in der Spitzengruppe entscheidend vom Hauptfeld A absetzen. Mit von der Partie waren die Radprofis Nikias Arndt (Giant-Alpecin) und Christian Knees (Team Sky), die außer Konkurrenz mitfuhren um die Strecke für nächstes Jahr schon einmal zu beschnuppern.

Über Erkrath ging es weiter vorbei an den jubelnden Zuschauern, die jeden einzelnen Fahrer vom Streckenrand beklatschten und feierten. Die Leberwurstschnitten vom Bäcker lagen schwer in den Mägen und waren vielleicht doch nicht die beste Wahl. Hinter Gerresheim schaffte Lina den Anschluss von Feld B zu A und erblickte vor ihr das bekannte Trikot von Sven. Weiter ging es durch Mettmann, das Neandertal und Ratingen. Wer schnell fährt ist auch schnell wieder zurück und so fuhren die vier Bergbeißer nach gut einer Stunde das erste Mal über die Ziellinie und in ihre zweite Runde. Mit hohem Tempo setzte sich das Rennen fort, wieder vorbei an all den begeisterten Zuschauervölkern; so geht es doch gleich viel leichter die Anstiege hoch. Während in der zweiten Runde überwiegend die Gleichmäßigkeit das Tempo bestimmte wurde die Rennspitze mit Lukas immer wieder durch harte Attacken geprägt.

Sowohl im Startblock als auch auf der Strecke ein Hingucker: Das auffällig grelle "BB"-Logo

Sowohl im Startblock als auch auf der Strecke ein Hingucker: Das auffällig grelle “BB”-Logo

Wieder in der Düsseldorfer Innenstadt angekommen, genossen die Fahrer ihre letzte rasante Fahrt durch den Kö-Bogen-Tunnel. Die letzte Kurve kurz vor der Zielgeraden erforderte bei 180 Grad höchste taktische Konzentration.

So gelang es Holger Koopmann (Team Strassacker) den kurzen Sprint für sich zu entscheiden. Lukas überquerte nach einem kampfbetonten Schluss nach 2:07 Stunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 43 km/h als 20. die Ziellinie.

Die anderen drei Bergbeißer befanden sich zu dem Zeitpunkt noch auf der Strecke. Nach Durchfahrt des Tunnels und mit dem Tageslicht blitzten in Lina´s Augen erneut die grellen Farben des BB-Trikots – war das etwas Thomas? Noch eine Schleife über die Berliner Allee und die beiden sausten mit Sekundenversatz nach 2:22 und 2:23 Stunden über den Zielstrich.

Die vier Bergbeißer wiedervereint im Zielbereich

Die vier Bergbeißer wiedervereint im Zielbereich

Mit vier alkoholfreien Bieren in der Hand empfingen Thomas, Lukas und Lina nach 2:29 Stunden jubelnd und zufrieden auch Sven im Ziel.

Mit einer super Gesamtteamleistung auf dem 28. Platz nehmen die Bergbeißer ein weiteres spektakuläres Radrennen in ihr Eventtagebuch auf.

P-Weg Klassentreffen in Plettenberg

von |September 16th, 2016|

P-Weg Klassentreffen in Plettenberg

Das obligatorische Bergbeißer-Teamfoto darf bei keinem P-Weg fehlen

Das obligatorische Bergbeißer-Teamfoto darf bei keinem P-Weg fehlen

Wenn das P-Weg Marathonwochenende in Plettenberg ruft, dann kommen sie alle – und zwar schon am Freitag. Zur traditionellen Pastaparty und der Eröffnung der Veranstaltung. Zu den ersten Rennen der jüngsten Teilnehmer wird die Stadt richtig voll. Der Freitagabend hat dabei den Charakter eines großen Klassentreffens. Trainingspartner, Teammitglieder und Betreuer reisen aus der gesamten Bundesrepublik an und knubbeln sich an diesem Abend unter dem Stephansdachstuhl zu einer Masse mehr oder weniger ambitionierter Hobbysportler. Beim Aufeinandertreffen dauert es dann in der Regel keine 5 Minuten, ehe der Gesprächspartner mal aktiv, mal passiv den Fitnesszustand seines Gegenübers abcheckt. „Was hast Du Dir dieses Wochenende so vorgenommen? Du bist momentan richtig gut drauf, habe ich gehört.“ – ein Gesprächsanfang, auf den in der Regel drei potentielle Antwortmöglichkeiten folgen können: Der Optimist berichtet von seinen Plänen, die persönliche Bestzeit gleich um mehrere Minuten unterbieten zu wollen. Der Realist wägt sein Trainingspensum und seinen Erfahrungsschatz ab und gibt eine oftmals sekundengenaue Einschätzung der eintretenden Zielzeit an. Der Pessimist dagegen zweifelt bis kurz vor dem Startschuss am eigenen Überschreiten der Ziellinie. Gewöhnlich stellen 99% aller Sportler am Freitagabend einen Hybrid zwischen Realist und Pessimist dar, Tendenz klar in Richtung Pessimist. Und dabei ist es weniger entscheidend, wie viele Trainingskilometer dann wirklich in den Oberschenkeln der Akteure schlummern, denn am folgenden Satz wird sich nie etwas ändern: „Ich habe dieses Jahr fast gar nichts gemacht und bin dementsprechend überhaupt nicht fit.“ Ja ne, ist klar! Spätestens an einem der beide Folgetage fliegt die Lüge auf. Ich selbst stand am Samstagmorgen am Start der Halbmarathondistanz. Ich würde sagen, dass ich bis dato den Realisten gemimt habe, der im tiefen Inneren aber noch auf den Optimisten gehofft hatte. Denn ein weiteres Läufergesetz lautet: Es ist egal, wie viel Du wirklich trainiert hast, Du wirst Dich immer an Deiner persönlichen Bestzeit orientieren. In meinem Fall erwies sich diese Herangehensweise als fataler Fehler – doch erst einmal der Reihe nach. Wir gingen in diesem Jahr mit vier Bergbeißern auf die Laufstrecke. Während auf Christian und mich die kurze Kombiwertung warten sollte, durften sich Berit und Torben am Samstagabend auf einen mehr oder weniger entspannten Sonntag in der Zuschauerrolle freuen. Außentemperaturen von über 30 Grad Celsius sind für mich erfahrungsgemäß 30 Grad zu viel. Egal, Bestzeiten sind auch schon bei noch höheren Temperaturen gefallen. Und so verfolgte ich von Anfang an meine fein ausgeklügelte Renntaktik – einfach einmal Laufen und gucken was die Beine sagen.

Ein toller Sportgrafen-Schnappschuss zeigt Sven auf der Laufstrecke

Ein toller Sportgrafen-Schnappschuss zeigt Sven auf der Laufstrecke

Motiviert durch meine – teils sehr schnell angehenden – Mitstreiter sowie die regelrechten Zuschauermassen am Streckenrad meisterte ich den ersten knackigen Aufstieg hinauf zur Wieckmerth. Auf dem Weg nach Landemert musste ich dann feststellen, dass lange Beine bergab nicht alles sind. Darauf bedacht, meinen Puls im Rahmen zu halten, musste ich den einen oder anderen Läufer ziehen lassen. Darunter auch Christian, der bei strahlendem Sonnenschein zur Höchstform auflief. Nicht ganz im Soll, aber dennoch im vertretbaren Bereich erreichte ich nach rund 9 Kilometern das Dorfzentrum in Landemert. Junge, Junge, was war da los… Bei dem Versuch, die Verursacher lautstarker „Sveeeeeeeeen“-Ausrufe zu identifizieren, blickte ich vergebens in eine wahre Wand aus Menschen. Es sind auf den über 21 Kilometern eben genau jene 100 Meter voller Anfeuerungsrufe, die das an sich idiotische Vorhaben Halbmarathon so einigermaßen rechtfertigen und erträglich machen. An dieser Stelle schon einmal danke an Euch Verrückte, die mir für einen kurzen Moment Flügel verliehen – ganz ohne den Brause-Chemie-Mist aus der Dose. Doch keine 5 Minuten nach diesem Hochgefühl dann der Knall: Peng, die Luft war schlagartig raus. Solarpaneele hätten auf den gut 160 Höhenmetern hinauf zum Bärenberg ihre wahre Freude gehabt. Hätte man mit ihnen den gesamten Schotterweg ausgelegt, hätte meine Verweildauer auf dieser Strecke wohl ausgereicht, um drei Tage lang eine Stadt wie Plettenberg mit reichlich Energie versorgen zu können – kurzum: Es war s…. heiß! Mein Kollege neben mir wechselte kurzerhand die Disziplin und setzte sich fortan als gemächlicher Walker in Bewegung. „Das mit dem Laufen hat hier hoch eh keinen Sinn“, lautete seine kurze Begründung. Das klang plausibel, also setzte auch ich erstmals bei einer Teilnahme an einem Laufwettbewerb die Technik „Spazierengehen“ ein. Und siehe da, der Puls sackte in den Keller, die Sauerstoffversorgung stieg an und aufkommende Knieschmerzen hielten sich vorerst zurück – coole Sache. Das Ganze hatte einen Haken: Ich befand mich ja immer noch in einem Wettkampf und die Zeit auf der Uhr tickte nicht langsamer. Egal, für den Moment konnte ich keinerlei Motivation finden, mich aus meiner Komfortzone heraus zu bewegen. Beim größten Bauern des Bärenberges angekommen, versuchte ich es dann wieder im Laufschritt, aber so wirklich wollte der Rhythmus nicht zurückkommen. Und so schleppte ich mich weiter – mal laufend, mal gehend – in Richtung Ziel. Vor dem Einstieg in den erlösenden Saley-Trail in Richtung Stadt lies ich mich von einigen netten Streckenposten noch einmal mit einem Becher Wasser versorgen – die angebotene Frikadelle lehnte ich dankend ab. Beim Blick zurück auf die Strecke traute ich meinen Augen nicht. Mit großen Schritten rauschte Torben im auffälligen Bergbeißer-Dress heran. Seinen Abstand auf mich schätzte ich zu diesem Zeitpunkt auf gut 300 Meter. Nun stand ich vor der Entscheidung: a) Auf die Zähne beißen und hoffen, dass der Abstand weiterhin Bestand hielt oder b) Torben auflaufen lassen und mit ihm gemeinsam die Ziellinie überqueren. Meine nicht mehr vorhandenen Kräfte in den Beinen nahmen mir die Entscheidung ab. Dann sollte es eben ein Finish à la Hahner-Zwillinge in Rio werden. Gefühlte 100 Meter vor dem Ziel erblickte ich dann einen breit grinsenden Torben an meiner Seite. Arm in Arm mit einem mehr oder weniger gekünzeltem Lächeln ging es dann durch das Ziel. Naja wenigstens der Plan mit dem Foto ging in Erfüllung.

Im Stile der Hafner Zwillinge überqueren Torben und Sven die Ziellinie

Im Stile der Hafner Zwillinge überqueren Torben und Sven die Ziellinie

Während die Zeit von 2:05 Stunden bei mir selbst weniger Grund zur Freude auslöste, tat es das Weizenbier im Zielbereich umso mehr. Kurze Zeit später sollte Berit die Runde der gequälten aber auch irgendwie erleichterten Finisher erweitern.

Berit und Sven freuen sich nach dem Halbmarathon über ihre Medaillen

Berit und Sven freuen sich nach dem Halbmarathon über ihre Medaillen

Part 1 war also schon einmal geschafft. Spätestens als ich am Nachmittag noch ein wenig an meinem Mountainbike rumschraubte und für eine kurze Testrunde auf den Sattel springen wollte, stellten sich erste Zweifel an Part 2 ein. Beim Schwung über das Oberrohr machte ein hässlicher Oberschenkelkrampf von sich reden. Naja, Pferdesalbe drauf und abwarten. Am nächsten Morgen ging es mir erstaunlich gut. Na klar, die Beine waren schon schwer, aber alles andere hätte ich auch als Selbstbetrug empfunden. Für das Rennen über 45 km hatte ich mir nur eines vorgenommen: Ich möchte mir selbst nie wieder fehlenden Biss vorwerfen müssen. Zusammen mit Venti machte ich mich am frühen Sonntagmorgen auf den Weg zum Treffpunkt der Bergbeißer. Nachdem wir die Langstreckler auf die Strecke geschickt hatten, das obligatorische Teamfoto geschossen hatten und ein paar wenige Kilometer zum Warmfahren eingetütet waren, fand ich mich in der Startaufstellung neben Kombinator Christian, Mister-Immer-Druck-Auf-Den-Pedalen Andreas, Kilometerschrubber Henry und Transalp-Bezwinger Alex wieder.

Das BB-Quartett freut sich auf den Start: Christian, Henry, Andreas und Sven (v.l.n.r.)

Das BB-Quartett freut sich auf den Start: Christian, Henry, Andreas und Sven (v.l.n.r.)

Gut gelaunt erwarteten wir den Startschuss. Als jener gefallen war, konnten sich Andreas, Henry und Alex etwas absetzen. Christian und ich bummelten aber auch nicht und machten schon vor der ersten Steigung einige Plätze gut. Den Anstieg hinauf zur Sehnsuchtsbirke meisterte ich, wie sollte es bei all den Zuschauern und dem so aufkommenden L’Alpe d’Huez Feeling auch anders sein, ganz gut. Auf der Abfahrt konnte Ventil zu mir aufschließen, sodass wir fortan gemeinsame Sache machten. Beim gefürchteten Anstieg auf das Dach der Hohenwibbecke mussten wir leider zur Kenntnis nehmen, dass Andreas dank Plattfuß zum Anhalten gezwungen wurde. Henry war ihm postwendend zur Hilfe geeilt. Der nächste teaminterne Defekt sollte mich dann leider mich erwischen. Auf den letzten ansteigenden Metern vernahm ich ein „Eiern“ meines Vorderrads. Die Diagnose war schnell getroffen: Der Schnellspanner hatte sich gelöst – warum auch immer. Dieser war zwar schnell wieder angezogen, der Kontakt zu Venti aber leider abgerissen. Als mir das gleiche Malheure nur unmittelbar vor der Blemcke-Abfahrt ein zweites Mal ereilte, sah ich es schon vor meinem inneren Auge: „Sven Klingschat – DNF.“ Denn einen Schnellspanner schleppe ich in der Regel nicht in einer meiner Trikottaschen mit. Also habe ich das Dingen noch einmal angezogen und gehofft, dass alles gut geht. Mit einem dementsprechend mulmigen Gefühl ging es dann mit 60 Sachen nach Eiringhausen. Meine Hoffnung, für das lange Asphaltstück vorbei an Altenheim und Aqua Magis eine gut harmonierende Gruppe zu finden, musste ich leider schnell begraben. Weit und breit konnte ich vor oder hinter mir keinen weiteren Windschattenspender ausfindig machen. Allein auf weiter Flur musste ich dann auch leider mit ansehen, wie Venti kurz vor der Brücke am Freizeitbad mit einem verbundenen Bein am Streckenrad saß.

Die Gerüstbrücke am Freizeitbad Aqua Magis zählt in jedem Jahr zu den P-Weg Highlights

Die Gerüstbrücke am Freizeitbad Aqua Magis zählt in jedem Jahr zu den P-Weg Highlights

Während ich mit den Gedanken noch bei Venti war, nahm ich Blickkontakt zu einer mir vorausfahrenden Gruppe auf. Und was sah ich da? Einen Bergbeißer am Ende der Gruppe. Fortan nutzte ich allen verbleibenden Restsauerstoff um herauszufinden, wer das denn wohl sein könnte. Schließlich war ich bis dato davon ausgegangen, dass nur Bergbeißer Steve alias Stielou der Clown vor mir sein könnte. Aber bei dem vorausfahrenden Bergbeißer konnte ich weder lange rote Haare, noch eine rote Nase ausmachen. Des Rätsels Lösung war denkbar einfach: Gas geben und aufschließen. Dies sollte mir im Laufe das Anstieges nach Hilfringhausen auch gelingen. Und siehe da, mein langjähriger Teamkollege Bernd hatte sich – scheinbar während meines Schnellspannerproblemes – an mir vorbeigeschoben. Also wieder eine gemeinsame Zieldurchfahrt? Wir können es ja einmal versuchen. Am Berg spannte ich mich als Dampflok vor Bernd. Unser Gespann funktionierte recht gut, sodass ich mir Nutzen von Bernds Downhill Künsten versprach. Auch hierbei waren wir beide kaum zu bremsen. Ob vernünftig oder unvernünftig, ich versuchte einfach blind Bernds Spur zu halten.

Mit geballter Faust über die Mountainbikestrecke

Mit geballter Faust über die Mountainbikestrecke

Vor den letzten Serpentinen am Hestenberg schoben sich im Positionskampf dann aber doch noch zwei Fahrer zwischen uns, wovon mich einer einige Sekunden und schließlich auch den Anschluss zu Bernd kostete. In der Stadt angekommen sorgten dann herzlich unwillkommene Krämpfe dafür, dass ich die Lücke zu Bernd nicht mehr schließen konnte. Was soll es, das Ziel erreichte ich dann zusammen mit Cedrik, der wiederum kurz nach dem Tunnelportal auftauchte. 2:16 Stunden waren meiner Garmin-Uhr zu vernehmen. Zeit hin oder her, anders als noch am Samstag hatte ich wenigstens das Gefühl, alles gegeben zu haben. Dementsprechend zufrieden ließ ich den Tag zusammen mit allen weiteren Bergbeißern gemütlich ausklingen.

Bis zum nächsten Jahr!

Sven

Fotos: Sportograf (4), Privat (3)