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Tourberichte

Als erfahrener Sauerländer zum Sieg auf Korfu

von |Juni 28th, 2014|

Als erfahrener Sauerländer zum Sieg auf Korfu

 

Ein Reisebericht von Korfu…

Anfang Juni war ich nun schon zum fünften Mal mit Frosch-Sportreisen unterwegs. Nach Dalyan/Türkey, Davos/Schweiz und zwei Ausflügen nach Crans Montana/Schweiz, war ich nun also auf Korfu in Griechenland. Vier Reisen – jeweils 1 Woche – waren dabei grundsätzlich auf Sport ausgerichtet, aber von mir mit Schwerpunkt Mountainbiken geplant. In Davos war ich zum Skifahren.

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Bild des Chlomos-Siegers: Dietrich Herfel

Auf Korfu hat der Sportreisen-Veranstalter Frosch drei Hotelanlagen, die nicht weit auseinander in einem Ort am Mittelmeer liegen. Das Sportangebot reichte von Beachvolleyball über Kitesurfen, Windsurfen, Katamaransegeln, Stand-Up-Paddling, Tennis, Wandern bis eben zum Mountainbiken.

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Neben dem Mountainbiken standen auf Korfu auch andere Sportarten auf dem Tagesplan

Beim Mountainbiken werden geführte Touren für “normale” Fahrer und ambitionierte Biker angeboten. Ich hatte die Mountainbike-Intensivwoche gebucht, was aber für unsere Sauerländer Verhältnisse eher einem gemütlichen Mountainbiken entsprach. Dadurch, dass ich ein fest gebuchtes “eigenes” Rad hatte, konnte ich noch die eine oder andere Tour dranhängen. So wurde konnte ich auch meinen Sauerländer Ansprüchen gerecht werden.

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Ausblick vom Chlomos

Naja und am Ende einer Urlaunbswoche steht dann immer das Bergzeitfahren rauf auf den Chlomos an. An diesem “Rennen” dürfen alle Gäste der drei Hotels mitmachen. Es handelt sich um eine Strecke von 3,2 Kilometern mit etwas mehr als 200 Höhenmetern. Die beste Zeit, die jemals gefahren wurde, ist von einem aktiven Triathleten mit knapp unter 10 min aufgestellt worden.

In meiner Woche sind dann ungefähr 50 Biker mitgefahren Das Interessante an der Sache war, dass der älteste Teilnehmer mit 11 min 22 sec gewonnen hat. Dieser kam nun zufällig aus dem Sauerland. Ich habe meinen Sieg damit begründet, dass die älteren Fahrer ja auch mehr Jahre hatten zu trainieren und insofern das Alter ein Vorteil ist und kein Nachteil.

Viele Grüße,

Dietrich  

Ghostrider on (first offroad) Tour 2014

von |März 8th, 2014|

Ghostrider on (first offroad) Tour 2014

Es war Karnevalssamstag, das Wetter, zumindest von oben, gut, meine Stimmung hervorragend. Ich überlegte mir eine Tour um die Lister, schwang mich aufs Rad und düste los.

Ich nahm sofort den ersten Waldweg und stürzte mich den Berg hinunter. Leider blieb ich fast im Schlamm stecken, in diesem Moment fiel mir auch auf, dass ich die Schutzbleche vergessen hatte. Ich kam in dem Ort Beukenbeul  (gehört zum lokalen Weltkulturerbe) an und fühlte mich wie Ghostrider, nur, dass mir keine Flammen aus dem Körper schlugen sondern der Schlamm aus den Ohren kam.  Die ersten Jugendlichen, die mir begegneten, starrten mich wie einen Außerirdischen an, da hatte ich gerade mal 700m auf dem Tacho. Ein Ort weiter kam mir ein junges Mädchen im Auto entgegen. Erst dachte ich, sie lächelt mich an, dann wusste ich, sie lacht sich kaputt. Vermutlich stellte sie sich vor, wie ich die Grundreinigung mit einer Spitzhacke beginnen muss.

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Dann kam ich an die erste Steigung. Ich hatte zuvor von einem Red Bull Bergrennen mit 18% Steigung über 350m gelesen.  Ich hatte mir beim Lesen noch vorgestellt, wie ich selber den Berg hochsprinte. Als ich fahrenderweise die 15% Steigung erklomm, konnte ich entgegenkommenden Fußgängern nur freundlich zunicken, für ein „Guten Morgen“ reichte die Luft einfach nicht. Nach gefühlten 20 Minuten hatte ich das Hügelchen bezwungen.

Die nächsten Kilometer verliefen dann auch weitestgehend normal. Auf der anderen Seite der Lister kam erst die nächste bergtechnische Herausforderung, diese war etwas länger und ich nahm mir gequält vor, bis oben durchzuhalten und dann erst anzuhalten. Dies schaffte ich auch, hielt erst oben an, klickte mit dem linken Fuß aus und fiel beim Griff zur Trinkflasche nach rechts um. Im Fallen stützte ich mich auf der Trinkflasche ab, die sich öffnete und dann auslief. Am Boden liegend und aus dem Augenwinkel heraus sah ich einen Unimog mit vermutlich Waldarbeitern, der sich näherte. Aus dem Schaukeln des Unimog schloss ich, dass sich die Insassen gerade köstlich amüsierten. Professionell sammelte ich alles Verlorene ein, schwang mich aufs Rad und suchte das Weite.

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 Nachdem ich das nächste Tal durchquert hatte, sah ich an der nächsten Steigung  3 Konkurrenten im Kampf um die Mountainbike-Krone.  Mein Ehrgeiz sagte mir, die musst Du jetzt förmlich wegblasen, am besten so, dass sie es erst merken, wenn ich schon 100m vorbeigeflogen bin. Ich holte Schwung und näherte mich den Dreien. Vermutlich hatte ich zu früh begonnen, Schwung zu holen, so dass aus dem Vorbeifliegen ein vorsichtiges Annähern wurde. Bei Erreichen des letzten Fahrers stellte sich dieser als „leicht“ übergewichtige Dame heraus, die ihrem vorausfahrenden etwa 5 jährigen Sohn „Achtung Fahrradfahrer“ zurief. Ich antwortete mit einem „So ell i i au ich ueks“, was eigentlich „So schnell bin ich auch nicht unterwegs“ heißen sollte. Leider bekam ich keinen ganzen Satz heraus, da sich mein körperlicher Arbeitsbereich gerade bei etwa 10 Schlägen über der maximalen Herzfrequenz befand.  Den vorausfahrenden Vater mit Satteltaschen und Rucksack bepackt, der mir etwas freundlich zurief, musste ich dann leider ignorieren. Er möge es mir verzeihen, wenn er jemals diese Zeilen liest.

Es ging die letzten Kilometer noch etwas auf und ab und nach insgesamt 2 Stunden hatte ich das Ziel, die warme Badewanne, erreicht.

Was für Heldentaten ein Mann im Leben doch vollbringt, ich bin stolz auf mich.

Der Ghostwriter alias Snowder alias Martin S.

PS: Den Dreck sieht man leider auf den Fotos nicht so gut, dafür umso besser auf einem hellen Fliesenboden, wenn man in voller Montur durchs Haus gelaufen ist.

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(das ist übrigens meine Frau 0,5 Sekunden später)

P-Weg 2013 – Bericht von Gerti Horstmann

von |Oktober 29th, 2013|

P-Weg 2013 -
Bericht von Gerti Horstmann

Das Adrenalin bringt schon ein paar Tage vorher das berühmt berüchtigte „Kribbeln im Bauch“…

…Sonntagmorgen: Der Wecker klingelt um sieben Uhr, die Nacht brachte schlechten Schlaf und Tage zuvor hat es nur geregnet! „Das kann ja was werden“ – am liebsten weiterschlafen. NEIN!!!

Die Klamotten wurden Tags zuvor schon verstaut, fix einen Kaffee (der MUSS sein!!!), Rad auf den Träger und auf geht es zum ersten Treffpunkt mit zwei weiteren Bergbeißern im Hönnetal.

Der Weg dorthin ist schon klasse – es ist trocken und die Sonne scheint. Das kann nur ein guter Tag werden! Gemeinsam geht es nun weiter nach Plettenberg.

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8:30 Uhr: Pünktlich zum Antritt bei Holger – Begrüßung, Starterpaket, Kaffee Nr. 2!

8:45 Uhr: Fotoshooting (hoffentlich sitzen Frisur und das Make-Up).

9:00 Uhr: Nun starten schon die ganz Wilden auf der 93 km und 77 km Distanz. Die feuere ich dann aber doch lieber nur an, wenn sie den ersten „Hügel“ in Angriff nehmen. „Lass die mal machen“, denke ich mir. Weg sind sie auch schon wieder. Dann muss ich nun wohl auch ran…

Schuhe an, Helm auf, alles dabei??? Jep!

Auf geht´s! – Ach, ich muss ja fahren…

Kaum am Startbereich angekommen, erst einmal den Toilettenwagen inspizieren (Der Kaffee will nicht mit auf große Tour). Dann geht es weiter zum Startblock. Noch sind die meisten am Lachen!

Ernste Gesichter aber auch hier und da, wohl mit den Gedanken zur besten Taktik. Mein erklärtes Ziel: „Fahren und ÜBERLEBEN!“ Schnell noch eine Banane rein, „Team Radio“ ins Ohr und schon rollt die Karawane Meter um Meter vor. PEEEP!!! Unterm Startbogen durch – Zeit läuft.

Zum Kankenhausberg hoch denke ich mir das erste Mal: „Was machst Du eigentlich für´n Scheiß hier???“ (Regeneration am Berg, bei Geschwindigkeiten von 3-6 km/h, was auch sonst!?)

Das letzte Stück naht! Mein Blick fällt auf — die Ziege… Hmmmm — die Kuh hat mir besser gefallen!!!

„Bloß nicht absteigen! Bloß NICHT absteigen!!!“

GESCHAFFT!!!

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Da quält man sich so hoch und dann sind die Abfahrten so schnell vorbei… Es kommen ja noch ein Paar. Leider muss ich da zuvor aber wohl auch erst hoch Krachseln. Meine Mitstreiter auf der Strecke aber auch und die waren klasse! Kein „EY – aus dem Weg!“ oder „die Walker waren gestern dran!“

Trotz des vielen Regens war die Strecke auch gut zu fahren. Klar – etwas rutschig hier und da, aber wir haben es ja so gewollt! Und mal ehrlich, wer fährt nicht mal gerne durch eine Schlammpfütze um sich einzusauen??? Das ist doch grade das schöne!

Für einen Marathon war das Wetter am Tag der Biker aber optimal um es krachen zu lassen!

Konnte ich zeitweise die Strecke auch nicht „radelnt“ bewältigen, war ich als Motivator mit vollem Einsatz dabei, wenn meine Biker sich bei Steigungen von 18% auf ihren Drahteseln abmühten.

Sie waren mir dankbar wenn sie es dann geschafft hatten.

PUUUHHH — und ich erst!

Besonders wenn ich es dann noch schaffte, mich an dem SUUUPER genialen Publikum wirklich überall an der Strecke lächelnd vorbei zu schleppen.

Nach 4 Stunden 22 Minuten hatte selbst ich es dann geschafft!

Wäre auch ich auf der 93 km Distanz unterwegs gewesen, wäre die Zeit richtig gut!!!

Naja, was soll ich sagen?

Bei mir waren es dann „nur“ die 45 km, auf denen ich viel FREUDE und SCHMERZ verspürte, jedoch überglücklich im Ziel ankam!!!!

Hey – ich bin halt Genussbiker!

So schleppte ich mich dann noch die letzten Meter ins „Plettenberger“, wo der Rest der Bergbeißer schon beim gemütlichen Teil war.

Schnittchen, Kuchen, Cola – so klingt der Tag aus.

Ein herzliches DANKE!!! Euch allen für´s dabei sein! Organisation, Anfeuern, Spaß haben!!!

Ich freue mich schon auf das nächste Jahr!

 

Bis dahin,

Eure Gerti

Tagebucheinträge zum P-Weg 2012

von |Oktober 19th, 2013|


Tagebucheinträge zum P-Weg 2012

P-Weg 2012

Dieses spannende Tagebuch zum “P-Weg 2012″ wurde netterweise von unserem Mitglied Martin Schneider geschrieben.

Er berichtet dort von seinen Erfahrungen vor, während und nach dem P-Weg 2012. Wir wünschen viel Spaß mit dem humorvollen Erfahrungsbericht.

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Freitag, 07.09.2012 – 2 Tage bis zum Showdown

Direkt von der Arbeit gehe ich zur Startnummernausgabe, treffe viele Bergbeißer mit dem gleichen Ansinnen und wie nicht anders zu erwarten, funktioniert alles wie am Schnürchen. Zuhause angekommen, will ich noch eine kurze Testrunde machen, der Reifen ist leider platt. Schnell wiederaufgepumpt, die Dichtmilch schüttelnderweise nochmals verteilt, kurze Runde gedreht und dann eine Kerze aufgestellt und gebetet, daß Sonntags alles dicht ist.

Samstag, 08.09.2012 – Gnadenlos läuft der Countdown

 

Der P-Weg 2012 war ein absolutes Highlight für das Team Bergbeißer

Nachdem gestern das Kids-Race war, starten heute die Läufer, Nordic-Walker und Wanderer. Ich bin erst zum 21km-Rennen vor Ort
und schaue mir den Start an. Die Marathonistis über die 42kmStrecke und die Wahnsinnigen über die 67km Strecke sind bereits unterwegs. Das Wetter ist perfekt, die Stimmung erreicht mit dem Start den ersten Höhepunkt. Ich fahre zwecks weiterer Testrunde mit dem MTB nach Landemert, um dort an verschiedenen Streckenpunkten die Sportler anzufeuern.

Man glaubt es kaum, aber es stehen bereits hundertevon enthusiastischen Zuschauern am Rand, die mit einer Lautstärke von mehreren startenden Düsenjets die Sportler zu Höchstleistungen treiben. Es sind viele Arbeitskollegen am Start, die ich natürlich besonders anfeuere. Auf geht’s zurSehnsuchtsbirke. Hier haben die Sportler den kräftezehrenden Anstieg von der Steinkuhle bis zumBärenberg hinter sich, das alles in praller Sonne. Gut, dass es 4 Verpflegungsstellen auf der gesamten Strecke gibt und das mit freundlichen Helfern, die ihresgleichen suchen.

Von der Sehnsuchtsbirke aus sind es „nur“ noch 5 km, allerdings kommt auch der letzte Trail, der einigen ausgepumpten und unkonzentrierten Sportlern Kopfzerbrechen und offene Knie bereitet. Im Zielbereich toben wieder die Zuschauer und feuern vom ersten bis zum letztenSportler nochmals alle an. Plettenberg kann stolz sein auf ein solches Event mit sportlichen Höchstleistungen, einer perfekten Organisation und dem besten Helferteam der Welt. Ich freue mich schon riesig auf den nächsten Tag, an dem ich als Biker teilnehmen kann.

Sonntag, 09.09.2012 – Der Tag X ist gekommen

Der Tag ist da und ich freue mich gar nicht mehr sowie gestern. Es nützt alles nichts, ich will mich vor meiner Frau nicht blamieren. Die letzten Sachen werden noch gepackt und ab geht’s zum P-Weg nach Plettenberg. Ich feure noch die Starter über die 87-km-Langstrecke an, bevor ich mich selber zum Start für die 42 km mit 1100 Höhenmetern mache.Das Thermometer zeigt bereits über 20°C, im
Laufe des Rennens wird die Quecksilbersäule auf 28°C steigen. Während mein Fahrrad schon im Startbereich wartet, vertreibe ich mir die Zeit aufgrund der Nervosität und der damit verbundenen Magenprobleme in der Keramikabteilung der extra dafür aufgestellten Häuschen.

Pünktlich zum Start bin ich natürlich zurück und erleichtert kann es losgehen. Der Startschuss erfolgt, das Publikum tobt
und mit einer Gänsehaut rolle ich durch die Stadt. Doch nach wenigen Sekunden geht die Hetzjagd los und jeder möchte sich eine gute Ausgangsposition für den Anstieg zur Sehnsuchtsbirke hochverschaffen. Ich halte mich zurück, um nicht zu viel Kraft schon am ersten Berg zu vergeuden. Bei dieser taktisch klugen Meisterleistung werde ich von „gefühlten“ 500 Bikern überholt. In Wirklichkeit sind es wahrscheinlich nur 490. Auf geht es durch den Torbogen und der erste Berg ist geschafft.

Auf der Abfahrt nach Pasel kann ich wieder ein paar Plätze gut machen, da ich die Strecke gut kenne. Trotzdem muss man ständig auf der Hut sein, da man für mindestens 10 Fahrer mitdenken muss, was mir bei einem Puls jenseits der Schmerzgrenze schwer fällt. In Pasel wird man wieder angefeuert, als ob es um Leben und Tod geht. Und dann kommt er, der Große, der Unendliche, der Gewaltige. Vielen ist er eher als Anstieg zur Hohen Wibbecke bekannt,der längste Anstieg mit den fiesesten Steilrampen. Hier fallen die ersten erschöpft vom Rad, andere müssen sich übergeben, und das nicht, weil sie ihr Gewicht reduzieren wollen. Ich reihe mich in die endlose Schlange der Masochisten ein und trete stumpfsinnig in die Pedale.

Ich mache mir gerade Vorwürfe, dass ich auch noch Geld für diese Quälerei bezahlt habe, als ich absteigen und schieben muss, da vor mir bei Tempo 5 jemand aus dem Rhythmus gekommen ist. Mit Tempo 5 meine ich übrigen 5 km/h, was sowieso schon fahrerisches Können voraussetzt, nicht umzufallen. Da ich auch hier meine Kräfte einteilen möchte (und muss), werde ich von weiteren gefühlten 300 Bikern überholt, leider auch von welchen, die mich erkennen. Die letzte Rampe werde ich wieder von einer Welle der Begeisterung hochgetragen. Vor lauter Freude, den Riesen bezwungen zu haben, verliere ich meine Sonnenbrille, fahre zunächst selber drüber und dann auch noch die hinter mir fahrenden Kollegen. Ein Zuschauer bringt mir den Bausatz freundlicherweise, so dass ich zügig weiterfahren kann.

Die erste Verpflegungsstation kommt und vorschriftsmäßig nehme ich reichlich Getränke und eine Banane zu mir. Es geht auf einem welligen Kurs weiter bis es auf einer ruppigen Abfahrt nach Blemke geht. Nach Überquerung der Hauptstraße und dann unter der Unterführung durch geht es direkt zur nächsten Verpflegungsstation, wo ich mich wieder mit reichlich Getränken eindecke, mit freundlicher Unterstützung eines Arbeitskollegen. Über den Radweg geht es zunächst bis zum Altersheim, wo man in mehreren Schleifen durch den Garten geleitet wird. Die Stimmung ist hier nicht ganz so überschwenglich wie an anderen Stellen und ich habe den Eindruck, dass letztes Jahr auch noch mehr Zuschauer zugegen waren.

In einer kleineren Gruppe,der ich mich angeschlossen habe, geht es über den Radweg weiter in Richtung Aqua Magis. Gerade, als ich überholen möchte (welcher Zufall), beginnt das Überholverbot. Dieses macht auch Sinn, da man nun unter tosendem Applaus über eine Rampe auf ein Gerüst fahren muss. Oben angekommen sieht man wieder hunderte von schreienden und zujubelnden Zuschauern. Mir läuft es kalt den Rücken runter als ich über eine Rampe das Gerüst wieder verlassen muss.

Zurück auf den Radweg und die Post geht wieder ab. Nun muss man taktieren und sich einen schnellen Fahrer suchen, um in dessen Windschatten zu fahren um Kräfte zu sparen. Da vor mir kein geeigneter Fahrer zu sehen ist, gebe ich selber Gas und verausgabe mich bis Hilfringhausen völligst. Dort angekommen, überholen mich sofort 5 Fahrer, die sich in meinem Windschatten ausgeruht haben. Clever, diese Mountainbiker, leider nicht alle.

Ich fahre weiter Richtung Selscheid, muss noch einen Bach durchqueren, in den ich mich am liebsten reinlegenmöchte und schließe mich dann aber doch lieber einer kleinen Gruppe mit meinem Leistungsniveau an, falls man überhaupt noch von Niveau sprechen kann. Der Lärmpegel der Zuschauer ist bereits 1km vor Selscheid schon erschreckend laut, so dass ich prompt die Bergwertung verpasse. Nach einem kurzen Stück Teerstraße kommt auch schon ein extrem steiler Schotteranstieg, den die meisten Mitstreiter auch schieben müssen. Da ich als ehemaliger Fußballer noch gut zu Fuß bin, kann ich immerhin zwei andere „Wandersleut“ überholen. Kurz noch an der nächsten Verpflegungsstation gestärkt und auf geht’s zum letzten Berg.

Es wird gegen Ende immer besser, vielleicht weil ich mich ja sooo geschont habe an den Bergen vorher. Kurz vor dem höchsten Punkt gehe ich nochmals an meine Leistungsgrenze, die vermutlich aktuell genauso hoch ist wie die einer Weinbergschnecke kurz nach dem Aufstehen. Ich schaffe es so eben, eine Gruppe noch zu überholen, bevor es in die Abfahrt geht. Ich lasse es so richtig krachen bergab, als es so richtig kracht bergab. Das Krachen ist aber eher ein Knallen und kommt von meinem Hinterrad. Der achso pannensichere Reifen ist geplatzt. Ich brauche etwa 4 Minuten, bis ich einen Schlauch eingezogen habe und weiter fahren kann. In der

Zwischenzeit haben mich wieder gefühlte mehrere hundert Fahrer überholt und ich meine, bei dem ein oder anderen ein Lächeln gesehen zu haben. Es kommen nun die Singletrails vom Hestenberg, die meine Stimmung wieder verbessern. Die letzten Kilometer durch Plettenberg gebe ich mit meinen Konkurrenten nochmals richtig Gas. Auf der Zielgeraden wird man von den Zuschauern wieder
angefeuert, dass man sich vorkommt wie ein Olympiasieger und nicht wie einer, der um Platz 500 gekämpft hat. Überglücklich wird man über die Bühnegeführt, interviewt und weitergeleitet in den hinteren Bereich, wo man eine Medaille und das heißbegehrte P-Weg-Finisher-T-Shirt bekommt und mit Getränken wieder ausreichend versorgt wird. Ichtreffe viele Kollegen, vor Allem Bergbeißer sind
bereits einige im Ziel. Jeder hat seine eigene Geschichte zu erzählen, warum er dieses Jahr nicht eine neue Rekordzeit hingelegt hat.

Nach der Grundreinigung des Bikes und von mir selber genieße ich den restlichen Tag im Plettenberger, feure noch dieletzten Ankömmlinge an und bestaune die schnellsten Biker bei der Siegerehrung. Verglichen mit mir sind dies alles Hungerlappen und wenn die Biker nicht in Altersklassen, sondern in Gewichtsklassen starten würden, wäre ich auch weiter vorne. Es ist ein rundum gelungenes Fest, welches langsam zu Ende geht. Zufrieden fahre ich abends nach Hause und träume schon vom nächsten Jahr, wie ich die Berge nur so hochfliege, wenn ich mal wieder richtig trainiere.

Montag, 10.09.2012 – noch 364 Tage bis zum P-Weg

Der Alltag hat mich wieder. Auf der Firma treffe ich viele Kollegen, die noch ihre Wunden lecken müssen oder den Muskelkater pflegen. Alle freuen sich schon aufs nächste Jahr. Ich ebenso und ich beginne mein neues Trainingsjahr, wie könnte es anders sein, mit einem Regenerationstag.
Kette rechts,
Bergbeißer Snowder