Der P-Weg – Das beste aller Feste

Lieber P-Weg-Marathon,

als Du im Jahre 2004 das erste Mal in Erscheinung getreten bist, hast Du das sonst so gemütliche Sauerland mächtig aufgemischt. Als da plötzlich Hunderte von Sportlern durch die Wälder fegten, haben auch wir uns ungläubig die Augen gerieben und dem bunten Treiben staunend vom Streckenrand zugesehen. „Da wollen wir auch dabei sein“, war unser erster Gedanke. Im Handumdrehen hast Du uns in Deinen Bann gezogen. Die anfängliche Schockstarre wandelte sich schnell in Begeisterung und schließlich in unbedingten Aktionismus. Wir wollten dabei sein, als im Folgejahr die Einladung zu Deinem zweiten Geburtstag eintrudelte. Unsere sechsköpfige Partydelegation war schnell zusammengetrommelt stürzte sich voller Vorfreude und Tatendrang in ein für uns alle bisher noch unbekanntes Terrain. Während wir unsere Mountainbikes sonst nur über die flachen Radwege bis zur nächsten Eisdiele oder zum nächsten Biergarten steuerten, sollte es nun rund um Plettenberg auf einer bergigen Strecke über Stock und Stein gehen. Auf der Einladung stand so etwas wie „45 Kilometer mit über 1000 Höhenmetern“. „Das kann schon nicht so schwer sein“, dachten wir uns. Von den alten Drahteseln im Keller mussten zentimeterdicke Staubschichten gekratzt werden, ehe sie nur daran dachten uns auf ihren Sätteln von A nach B zu transportieren. Doch irgendwie nahmen wir tatsächlich irgendwann Fahrt auf.

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In der Vorbereitung auf die große Feier hast Du uns so manchen schmerzhaften Moment beschert. Immer wieder klopfte da jemand an – „innerer Schweinehund“ nannte er sich. Stets wollte sich dieser gegen unser Vorhaben stellen. „Vergiss es, wir ziehen das jetzt durch“, war unsere spontane Antwort. Als dann der Tag der Tage kam und wir mit zig anderen gut gelaunten Partygästen am Start standen, gab es kein Halten und vor allem kein Zurück mehr. Zugegeben, unser Partyoutfit – kurze Jeanshosen und viel zu große Trikots eines Kaffeerösters – war dem Anlass unwürdig. Du als Gastgeber hast dagegen keine Mühen gescheut. Mit Bananen, Iso und Cola hast Du uns bei Laune gehalten. Der Rettungsdienst war sofort zur Stelle, wenn dann doch etwas schief lief. Das Organisationsteam stand einem mit Rat und Tat zur Seite. Und dann waren da noch die unzähligen Helfer und Zuschauer, die für den Gedanken ans Aufgeben keinen Platz ließen – einfach Wahnsinn! Spätestens als Du uns zum Höhepunkt des Tages auch noch auf die Bühne gerufen und deinem grandiosen Publikum vorgestellt hast, hatten wir unser Sportlerherz an Dich verloren.

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Eine Hamburger Band titelte in einem Ihrer Lieder einst: „Und dabei biste eingeladen – auf das Beste aller Feste auf der Gästeliste eingetragen.“ Ja tatsächlich, es ist seit 2004 das Beste aller Feste! Jahr für Jahr haben wir uns seit dem ersten Besuch davon überzeugen können. Wir können heute so viele Geschichten erzählen, die wir auf Deiner Party erlebt haben. So zum Beispiel von dem hilfsbereiten Zuschauer, der beim wiederholten Defekt des Rades eines Teammitgliedes kurzer Hand das eigene Rad aus der Garage holte und zur Verfügung stellte. In Erinnerung ist uns auch Deine außergewöhnliche Party-Deko geblieben, die Du Dir in den Garten stelltest – eine gewisse Milka-Kuh. Wir wissen auch noch allzu gut, wie der Plettenberger Rennfahrer Michael Bartels die Gäste in seinem Maserati spektakulär und dennoch sicher zum „Buffet“ führte.

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Als „Bergbeißer“ freuen wir uns seit jeher über jede Deiner Einladungen. Umso trauriger waren wir alle, als der Party im Jahr 2007 eine Pause verordnet wurde. Doch Du hast Dich davon nicht unterkriegen lassen. Heute bist Du weit über das beschauliche Sauerland hinaus bekannt. „Bergbeißer“ aus der Schweiz, aus Frankreich oder aus Griechenland nehmen einmal im Jahr weite Anreisen in Kauf, um bei diesem Spektakel dabei zu sein. Eines steht fest, ohne Dich gäbe es uns „Bergbeißer“ nicht. Doch über die Jahre warst Du für uns mehr als nur ein Geburtshelfer. Ob bei gemeinsamen Trainingsfahrten oder Teamtreffen – Du spieltest und spielst nach wie vor bei uns Bergbeißern eine entscheidende Rolle. Umso größer ist die Vorfreude, wenn dieses Jahr Dein Jubiläum gefeiert wird. Zum bereits zehnten Mal wird sich die Vier-Täler-Stadt im September von Ihrer besten Seite präsentieren. Du hast Dich über die Jahre prächtig entwickelt und wir danken Dir für all die unvergessenen Momente, die wir zusammen mit Dir erleben durften. Wir können es kaum erwarten, im Herbst mit Dir auf eine tolle Zeit und die nächsten zehn Jahre anzustoßen.

Mit sportlichen Grüßen und bis bald,

Bergbeißer Klingel