Frühjahrsmarathon in Barcelona

Die Winterzeit eignet sich nicht zum Biken… zumindest nicht für mich. Also wird gelaufen. Und damit das ganze auch mit System geschieht nimmt man sich für das Frühjahr einen Marathon vor. Dieses Jahr sollte es Barcelona sein – zusammen mit meiner Lauffreundin Nathalie. Das eigentlich Schlimme am Marathon ist nicht der Marathon selbst, sondern der lange Weg dorthin!
Du MUSST trainieren! Ohne Training kein Finish! Also gibt’s einen Plan der mindestens 12 Wochen diszipliniertes Training fordert. Schlimm wird es erst wenn die langen Läufe anstehen… und alles was über 10 km ist, sind für mich schon lange Läufe. 28, 30, 32 und 35 km Läufe habe ich im Training abgerissen. Wegen ständiger Rückenbeschwerden, die Schmerzen zogen schon runter bis in die Beine, konnte ich nur wenig bis keine Intervalle bzw. Tempoläufe absolvieren. Also änderte ich mein ursprüngliches Ziel von 4:30h auf Hauptsache ankommen! Neben wenigen gemeinsamen Läufen mit meiner Kollegin hatte ich sie immer auf Strava im Auge und mir wurde schon leicht mulmig. Sie würde mir davon laufen! Egal! Hauptsache ankommen!

Geht euch das auch so, dass die Zeit nur so rennt? Eh man sich versah war auch schon Anfang März und der Marathon stand vor der Tür.

Ein wenig Sightseeing durfte in Barcelona nicht fehlen

Ein wenig Sightseeing durfte in Barcelona nicht fehlen

Ein paar Tage für Barcelona haben wir uns schon gegönnt. So starteten wir ab Düsseldorf Flughafen am Donnerstag und hatten zwei volle Tage um uns die Stadt anzusehen. Ob das so geschickt war, die Beine durch Sightseeing vorher zu belasten, sei mal dahingestellt. Auch die Umstellung von tiefstem Winter zu südlicher Frühlingswärme hat uns etwas zu schaffen gemacht. Das Burger-Menü im Hard-Rock-Cafe war auch nicht gerade die richtige Wettkampf-Vorabend-Mahlzeit…..

Wie dem auch sei, wir standen am Sonntag früh im Startkanal – mit Gänsehaut und aufgewühltem Nervenkostüm.

Was wir völlig unterschätzt hatten ist die Tatsache, dass der Marathon in Barcelona auf den ersten 20 km ständig auf und ab geht. Also hatten wir bis dahin schon einen Großteil unserer Energie verbraucht. Dann wurde die Strecke zwar flach aber nun begleitete uns ein strammer Gegenwind. Die letzten 2 km zogen sich wie Kaugummi. Die Steigung zum Schluss hat uns nochmal alles abverlangt.

Aber dann die letzten Meter durch den Zielkanal, an den applaudierenden Zuschauern vorbei, über die Zielline…..GESCHAFFT !

Ein Spanier kommt auf mich zu um mir die Medaille umzuhängen….ich breche in Tränen aus…völlig erschöpft…emotional am Ende…. Er drückt mich und gratuliert….ich bin stolz trotz miserabler Zielzeit!

Nathalie war wie zu erwarten 45 Minuten vor mir im Ziel aber auch sie hatte hart zu kämpfen. Wir sehen uns, fallen uns in die Arme, weinen wieder ein bisschen……. das war es, der Frühjahrsmarathon ist Geschichte.

Susanne und Nathalie - zwei glückliche Marathon-Bezwingerinnen

Susanne und Nathalie – zwei glückliche Marathon-Bezwingerinnen

Der Zurich Marathon in Barcelona, eine gut organisierte Veranstaltung mit reichlich stimmungsgeladenem Publikum! Sehr empfehlenswert. Von der Stadt selber ganz abgesehen.