Keine Zeit zur Erholung beim Ruhrbike-Festival

In diesem Jahr habe ich durch einen Bike-Kumpel die Umgebung vom Harkortberg in Wetter kennengelernt. Dort sind die Strecken doch auffällig anders, als im heimischen Schalksmühle. Die Anstiege sind kürzer, aber knackig und der Singletrail-Anteil ist deutlich größer. Hinzu kommt, dass sich die ortsansässige Biker Szene sehr viel Mühe mit dem Anlegen und Pflegen von Trails gibt. Eine wirklich tolle Ecke zum Biken und was lag da näher, als 2 Wochen vor dem P-Weg den Ruhrbike-Festival mitzufahren. Als Einstimmung auf das “Jahresevent”, bei dem ich die Marathondistanz absolvieren werde, sollte es auch in Wetter die Kurzdistanz sein. Immerhin waren die 32 Kilometer mit gut 1.100 Höhenmeter gespickt. Das Höhenprofil glich dabei einem Zahnkranz :-) Die Startzeit fiel mit 13 Uhr sehr human aus, so dass sogar Ausschlafen und gut Frühstücken angesagt war. Das Wetter war ziemlich gut, vielleicht etwas zu warm. Das Starterfeld für beide Strecken umfasste rund 600 Biker und mit dabei waren auch einige Profis. Vom P-Weg verwöhnt, war ich von den Zuschauerzahlen beim Start etwas enttäuscht. Diesbezüglich hat der Ruhr-Marathon vielleicht das Manko, keinen fixen Termin im Jahr zu haben, da sich dieser nach den gesamten Terminen der NRW-Trophy richtet. Doch die Hauptsache war ja, mit so vielen Bikern an den Start zu gehen.

Beim anspruchsvollen Streckenprofil blieb Alexander in Wetter kaum eine Verschnaufpause

Beim anspruchsvollen Streckenprofil blieb Alexander in Wetter kaum eine Verschnaufpause

Die Strecke des Kurzmarathons führte über das südliche Gebiet der Stadt Wetter (Ruhr) und war geprägt von zahlreichen knackig-steilen Anstiegen, technischen Downhills und einigen Singletrail-Passagen, die ihrem Namen alle Ehre machen und das Adjektiv “flowig” auf jeden Fall verdient haben. Dabei ging es auch die Hegestraße hinauf, die den Ruf hat, die steilste innerstädtische Straße Europas zu sein. Zu Beginn des Rennens gab es leider einige enge Passagen, an denen sich das Fahrerfeld staute. So dauerte es ein paar Kilometer bis sich das Feld auseinander zog. Außerdem machten die Singletrail-Abschnitte das Überholen für alle stellenweise recht schwierig. Insgesamt verlief das Rennen aber sehr abwechslungsreich und an der Strecke gab es dann auch immer wieder Anfeuerungen und Klatschen zu hören. Die Temperaturen setzten mir ganz schön zu, so dass ich beide Trinkstationen ausgiebig genutzt habe. Schön war auch, dass an der Strecke der ein oder andere Anwohner, mit einem Gartenschlauch bewaffnet, für eine willkommene Erfrischung sorgte. Der ständige Rhytmuswechsel und die kaum vorhandenen Erholungsphasen sorgten dafür, dass mir die (nur) 32 km zwischenzeitlich recht lang vorkamen. Da ich leider ohne Fahrradcomputer unterwegs war, erkundigte ich mich zwischendurch sogar bei anderen Bikern, ob ich mich denn immer noch auf der kurzen Strecke befand ;-) Aber da überquerte ich gerade die Ruhr und das bedeutete, dass jetzt der Schlussanstieg zum Harkortberg anstand. Der hatte es nochmal in sich, so dass ich durchaus froh war, das Ziel zu erreichen und nicht noch auf eine weitere Schleife zu müssen, wie die “Langstreckler”.

Glücklich rollt Bergbeißer Alexander Wuntke über die Ziellinie

Glücklich rollt Bergbeißer Alexander Wuntke über die Ziellinie

Alles in Allem fand ich den Ruhrbike-Festival ein gelungenes  Event und ich werde dort ziemlich sicher auch im nächsten Jahr starten. Vielleicht entspricht das Streckenprofil vielmehr einer langen CC-Runde, als einer typischen Marathonstrecke, aber das machte im Nachhinein den Reiz aus. Und wer weiß, unter Umständen weckt mein Bericht ja das Interesse des ein oder anderen, so dass ich dort nächstes Jahr auch nicht mehr der einzige Bergbeißer bin ;-)

Fotos: Privat