Nachtlauf-Premiere für Berit

Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ein Lauf kann richtig “romantisch” sein. Zu dieser zugegebenermaßen etwas unorthodoxen Erkenntnis bin ich am vergangenen Freitagabend in Mönchengladbach gelangt. Denn da habe ich an meinem ersten Nachtlauf teilgenommen. Wie ich dazu gekommen bin und wie der Lauf für mich war, das erfahrt Ihr in diesem kleinen Bericht.

Was macht man, wenn man ein Wochenende in einer neuen Stadt verbringt und gerade dann zum ersten Mal in der Stadt der Sportscheck-Nachtlauf stattfindet? Genau, man läuft mit. Genau das habe ich mir vor gut einer Woche gedacht, als ich mich spontan zu dem 10 km Lauf angemeldet habe. “Der P-Weg muss Training genug sein”, dachte ich mir im Vorfeld. Und so ging ich am Freitag um 20:45 Uhr an den Start. Ganz Mönchengladbach war von tiefer Dunkelheit eingehüllt und ich hinterfragte kurz und vor Kälte zitternd meine Entscheidung. Aber als ich kurz darauf die rund 1.000 anderen Läufer in der Stadt gesehen habe, hat mich sofort wieder das bewährte Lauffieber gepackt. Dann fiel auch schon der Startschuss. Es ging drei Runden durch Mönchengladbach. Vorbei an all den Orten, die ich sonst nur im hellen Alltagstrubel kenne: am großen Einkaufszentrum Minto, am Geroweiher vorbei und – mein persönliches Highlight – vorbei an meinem Büro. Die Strecke war durch die Straßenlaternen durchweg beleuchtet. Es standen überall Streckenposten. Und das Beste waren für mich mal wieder die Zuschauer, die mich als Sportler immer wieder neu motivieren können. An einem Streckenabschnitt trommelte sogar eine unglaublich tolle Band – immer wenn ich daran vorbeigelaufen bin, haben sich meine Füße automatisch in dem von den Trommeln vorgegebenem Rhythmus bewegt. Ich bin durch die hintersten Gassen gelaufen, vorbei an zahlreichen Privathäusern. Durch die Fenster konnte man teileweise die Familien sehen, die gemütlich vor dem Fernseher saßen, während ich selber mich dazu ermutigen musste, schneller und weiter zu laufen. In einem Hauseingang saß ein Mann ganz gemütlich und ließ mit einem kleinen Leuchtstrahler Sterne an der gegenüberliegenden Hauswand tanzen. Nach drei Runden und vielen neu geknüpften Kontakten auf der Strecke war ich im Ziel. Die Zeit verging schnell Im Endeffekt aber leider nicht schnell genug, denn mein Ziel, unter einer Stunde zu bleiben, habe ich tatsächlich um 2 Minuten verfehlt. Aber ich brauche ja schließlich noch Platz nach oben, Potenzial zur Verbesserung. Wie soll ich mich denn sonst so spontan für den nächsten Lauf anmelden?

Berit feierte am Freitag Ihre Nachtlaufpremiere

Berit feierte am Freitag Ihre Nachtlauf-Premiere

In diesem Sinne: Wer an noch keinem Nachtlauf teilgenommen hat, sollte dies unbedingt nachholen. Ich kann es nur empfehlen. Am besten noch in diesem Jahr, da kommt dann richtig schöne Herbst- bzw. Winterstimmung während des Laufes auf. Viel Spaß!

Eure Berit