P-Weg 2013 -
Bericht von Gerti Horstmann

Das Adrenalin bringt schon ein paar Tage vorher das berühmt berüchtigte „Kribbeln im Bauch“…

…Sonntagmorgen: Der Wecker klingelt um sieben Uhr, die Nacht brachte schlechten Schlaf und Tage zuvor hat es nur geregnet! „Das kann ja was werden“ – am liebsten weiterschlafen. NEIN!!!

Die Klamotten wurden Tags zuvor schon verstaut, fix einen Kaffee (der MUSS sein!!!), Rad auf den Träger und auf geht es zum ersten Treffpunkt mit zwei weiteren Bergbeißern im Hönnetal.

Der Weg dorthin ist schon klasse – es ist trocken und die Sonne scheint. Das kann nur ein guter Tag werden! Gemeinsam geht es nun weiter nach Plettenberg.

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8:30 Uhr: Pünktlich zum Antritt bei Holger – Begrüßung, Starterpaket, Kaffee Nr. 2!

8:45 Uhr: Fotoshooting (hoffentlich sitzen Frisur und das Make-Up).

9:00 Uhr: Nun starten schon die ganz Wilden auf der 93 km und 77 km Distanz. Die feuere ich dann aber doch lieber nur an, wenn sie den ersten „Hügel“ in Angriff nehmen. „Lass die mal machen“, denke ich mir. Weg sind sie auch schon wieder. Dann muss ich nun wohl auch ran…

Schuhe an, Helm auf, alles dabei??? Jep!

Auf geht´s! – Ach, ich muss ja fahren…

Kaum am Startbereich angekommen, erst einmal den Toilettenwagen inspizieren (Der Kaffee will nicht mit auf große Tour). Dann geht es weiter zum Startblock. Noch sind die meisten am Lachen!

Ernste Gesichter aber auch hier und da, wohl mit den Gedanken zur besten Taktik. Mein erklärtes Ziel: „Fahren und ÜBERLEBEN!“ Schnell noch eine Banane rein, „Team Radio“ ins Ohr und schon rollt die Karawane Meter um Meter vor. PEEEP!!! Unterm Startbogen durch – Zeit läuft.

Zum Kankenhausberg hoch denke ich mir das erste Mal: „Was machst Du eigentlich für´n Scheiß hier???“ (Regeneration am Berg, bei Geschwindigkeiten von 3-6 km/h, was auch sonst!?)

Das letzte Stück naht! Mein Blick fällt auf — die Ziege… Hmmmm — die Kuh hat mir besser gefallen!!!

„Bloß nicht absteigen! Bloß NICHT absteigen!!!“

GESCHAFFT!!!

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Da quält man sich so hoch und dann sind die Abfahrten so schnell vorbei… Es kommen ja noch ein Paar. Leider muss ich da zuvor aber wohl auch erst hoch Krachseln. Meine Mitstreiter auf der Strecke aber auch und die waren klasse! Kein „EY – aus dem Weg!“ oder „die Walker waren gestern dran!“

Trotz des vielen Regens war die Strecke auch gut zu fahren. Klar – etwas rutschig hier und da, aber wir haben es ja so gewollt! Und mal ehrlich, wer fährt nicht mal gerne durch eine Schlammpfütze um sich einzusauen??? Das ist doch grade das schöne!

Für einen Marathon war das Wetter am Tag der Biker aber optimal um es krachen zu lassen!

Konnte ich zeitweise die Strecke auch nicht „radelnt“ bewältigen, war ich als Motivator mit vollem Einsatz dabei, wenn meine Biker sich bei Steigungen von 18% auf ihren Drahteseln abmühten.

Sie waren mir dankbar wenn sie es dann geschafft hatten.

PUUUHHH — und ich erst!

Besonders wenn ich es dann noch schaffte, mich an dem SUUUPER genialen Publikum wirklich überall an der Strecke lächelnd vorbei zu schleppen.

Nach 4 Stunden 22 Minuten hatte selbst ich es dann geschafft!

Wäre auch ich auf der 93 km Distanz unterwegs gewesen, wäre die Zeit richtig gut!!!

Naja, was soll ich sagen?

Bei mir waren es dann „nur“ die 45 km, auf denen ich viel FREUDE und SCHMERZ verspürte, jedoch überglücklich im Ziel ankam!!!!

Hey – ich bin halt Genussbiker!

So schleppte ich mich dann noch die letzten Meter ins „Plettenberger“, wo der Rest der Bergbeißer schon beim gemütlichen Teil war.

Schnittchen, Kuchen, Cola – so klingt der Tag aus.

Ein herzliches DANKE!!! Euch allen für´s dabei sein! Organisation, Anfeuern, Spaß haben!!!

Ich freue mich schon auf das nächste Jahr!

 

Bis dahin,

Eure Gerti