Rad am Ring – schonungslos faszinierend?!

Endlose Freude: Berit, Sven, Christian, Björn und Thomas nach der Zieldurchfahrt

Endlose Freude: Berit, Sven, Christian, Björn und Thomas nach der Zieldurchfahrt

Ein schönes Spa Wochenende im einem luxuriösen Resort, ein City-Trip in meine Lieblingsstadt Barcelona, ein Kurztrip ans Meer –  auf meiner Wunschliste, wie ich ein Wochenende mit meinem Liebsten verbringen möchte stehen so einige schöne Dinge. Wie wir allerdings unser letztes Wochenende verbracht haben steht dabei etwas weiter hinten auf der Liste – dafür aber führt es seine Liste an. Und ich will mich ja auch nicht beschweren, denn immerhin lasse auch ich mich immer wieder von der Faszination und der Begeisterung einer großen Sportveranstaltung hinreißen. Und genau darum ging es am vergangenen Wochenende. Das alljährliche 24h-Radrennen am Nürburgring stand an.

Gespannt verfolgen wir von unserer Teambasis den Start

Gespannt verfolgen wir von unserer Teambasis den Start

Die vier Jungs vom Team Bergbeißer ließen es sich nicht nehmen, auch dieses Jahr mit ihren Rennrädern wieder mit dabei zu sein und unter anderem die berühmt berüchtigte “Hohe Acht” zu erklimmen.Für Sven und Thomas war es sogar ein ganz besonderes Wochenende, immerhin war es für die beiden die siebte gemeinsame Teilnahme auf der Nordschleife – die fünfte davon auf dem Rennrad. Und auch wenn ich mir schöneres vorstellen könnte, als ein ganzes Wochenende auf einer harten Isomatte zu schlafen – wobei das Wort “schlafen” noch zu weit gefasst wäre – war es wieder ein tolles Wochenende.

Ein Blick ins Teamzelt: Thomas und Christian bereiten sich vor

Ein Blick ins Teamzelt: Thomas und Christian bereiten sich vor

Aber was macht eigentlich diese Faszination aus? Mich als Zuschauer begeistert es immer wieder, den unermüdlichen Ehrgeiz bei den Sportler zu sehen. Auch am Ende ihrer eigenen Kräfte angelangt und von unendlicher Müdigkeit gequält, lassen sie keine Runde aus und schwingen sich immer wieder aufs Rennrad um gemeinsam mit ihren Kollegen die bestmögliche Rundenzeit rauszuholen. Dabei geht es vielmehr um das Dabei sein, als darum, den ersten Platz zu ergattern. Was allerdings keineswegs heißen soll, dass Thomas, Björn, Christian und Sven keine guten Rundenzeiten fuhren. Mit einer durchschnittlichen Rundenzeit von 55 Minuten waren sie meiner Einschätzung nach sogar unglaublich gut. Aber nicht nur dieser sportliche Ehrgeiz ist es, der das 24h Rennen auch für ein Mädchen wie mich, das mit Fahrradfahren so rein gar nichts zu tun hat, attraktiv macht. Es ist die Stimmung neben der Rennstrecke, die das 24h in der Eifel einzigartig macht.  Die Stimmung unter den Sportlern ist unglaublich freundschaftlich, obwohl man ja streng genommen Gegner ist. Es werden Tipps ausgetauscht und andere Fahrer, die man teilweise noch nie zuvor gesehen hat, angefeuert und mit ermunternden Zurufen motiviert. Ungefähr jeder zehnte Fahrer wurde an unserem Zeltplatz von jedem Team nacheinander mit einem lautstarken “ROBERT” angefeuert, sodass jeder Fahrer mindestens einmal zu Robert wurde und sich das Lächeln kaum verkneifen konnte (sorry – Insider).

Staffelübergabe von Björn auf Christian

Staffelübergabe von Björn auf Christian

Wir hatten dieses Jahr auch noch das große Glück, dass zwei befreundete Zweierteams direkt neben uns ihr Zeltlager aufgeschlagen haben. Wobei “direkt” vielleicht etwas übertrieben ist. Vielmehr waren sie zwei Plätze von uns entfernt, nur getrennt durch einen gemeinsamen polnischen Nachbarn. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an diesen grandiosen Nachbarn, der uns mit seiner durchdringenden, lautstarken Stimme die ganze erste Nacht von Freitag auf Samstag wachgehalten hat. Du hast mich wirklich an den Rand eines Wutausbruches gebracht. Wobei ich an dieser Stelle erwähnen muss, dass du Dir diese Ehre mit den starken Regenfluten teilen musst, der mir auch einige Stunden Schlaf geraubt hat. Ich weiß wirklich nicht, wie Thomas, Sven, Björn und Christian sich nach dieser unruhigen Nacht, in der auch sie kaum ein Auge zugemacht haben, noch 24h auf das Rennrad schwingen konnten. Unter diesen Umständen habe ich sogar noch mehr Ehrfurcht vor Eurer grandiosen Leistung. Auch wenn Ihr während des Rennens das ein oder andere Mal geflucht habt und die ein oder anderen Zweifel aufgekommen sind, warum man sich das jedes Jahr wieder antut, habt Ihr es doch sehr erfolgreich ins Ziel geschafft und Eure Medaillen gesichert. Meinen herzlichen Glückwunsch.

Die stolzen Finisher mit ihren Medaillen

Die stolzen Finisher mit ihren Medaillen

Auch wenn ein Wochenende auf einer harten Isomatte, mitten im Nirgendwo und mit Container-Duschen nicht unbedingt die höchste Prioritätsstufe auf meiner Wunschwochenendliste hat, freue ich mich doch jedes Mal wieder, Euch zu unterstützen und zu begleiten. Ich freue mich schon wieder auf das nächste Jahr. Und wer weiß, vielleicht setzt Ihr ja Eure wahnwitzige Idee um und startet in Zweierteams – Ich bin gespannt.

Eure Berit

Thomas und Christian: Ein mögliches Zweierteam 2017?

Thomas und Christian: Ein mögliches Zweierteam 2017?