Rasend schnell durch die Heimat

Eigentlich sollte der Radklassiker „Rund um den Elm“ für mich als gebürtiger Braunschweiger ja ein Heimspiel sein, doch ich muss zugeben, dass ich eine Teilnahme bisher noch nicht geschafft habe. Mit großer Vorfreude habe ich mich angemeldet, um die 70 km lange Strecke mit etwa 800 hm zu bezwingen. Doch spätestens beim Studieren der endgültigen Meldeliste wurde mir bewusst, dass es ein knallhartes Rennen wird. Neben vielen professionellen Jedermannrennteams, ehemaligen B und A-Lizenzfahren sollte auch der amtierende niedersächsische Landesmeister im Bergzeitfahren Fritjof Schubert um den Sieg kämpfen.

Angespanntes Warten auf den Startschuss

Angespanntes Warten auf den Startschuss

Mit gehörigem Respekt und entsprechender Anspannung bin ich am Sonntagmorgen, den 10. Juli in Hötzum mit etwa 220 weiteren Radsportlern an den Start gegangen. Mit dem Startschuss ist die Anspannung verflogen und ich spürte in meinen Adern nur noch das pure Adrenalin. Mit direkt zu Beginn einer relativ hohen Geschwindigkeit ging es über Apelnstedt und Volzum bis nach Erkerode. Ich versuchte mich von Vornherein im Spitzenfeld zu positionieren, um bei einer möglichen Feldertrennung schnell reagieren zu können. Von Erkerode ging es durch das Reitlingstal, etwa 7 km mit einer leichten Steigung von etwa 4 % den Tetzelstein hoch. Auch hier wurde das Tempo im Berg mit etwa 35 km/h recht hoch gehalten. Zum Glück habe ich direkt zu Beginn meinen Rhythmus gefunden und konnte das hohe Tempo gut mithalten.

Von Beginn an wurde das Tempo im Feld hochgehalten

Von Beginn an wurde das Tempo im Feld hochgehalten

Auf den letzten 500 m wurde es dann etwas hektischer, so dass es zu einer ersten Trennung des Feldes kam. Die nächsten 16 km ging es dann über Eitzum und Kneitlingen konstant leicht bergab. Im Spitzenfeld kehrte wieder etwas Ruhe ein; Zeit um die Energeispeicher aufzufüllen bevor es über den Amplebener Berg in die zweite Elmrunde gehen soll. Ich wusste, dass in Ampleben das Rennen vorentschieden werden kann. Mit einer Länge von 1,5 km und einer Steigung von knapp 10 % ist der Anstieg nicht sonderlich lang, aber dennoch sehr schmerzhaft. Trotz guter Geschwindigkeit und Kondition am Berg, konnte sich trotzdem eine Gruppe von fünf Fahrern um Fritjof Schubert an der Kuppe absetzen. Nach einiger Zeit formierte sich dan ein etwa 15 Mann starkes Verfolgerfeld um die Jagd auf die Ausreißer aufzunehmen. Die Spitzengruppe im Visier ging es überwiegend flach mit einigen kleinen Wellen über die Elmortschaften Kneitlingen, Evessen und Apelnstedt wieder zurück in  Richtung Hötzum. Rund 6 km vor dem Ziel schlossen wir dann wieder zur Ausreißergruppe auf. Dann tauchte am Horizont schon die Zieldurchfahrt auf, jetzt hieß es aufpassen. Das Tempo war auf den letzten Kilometern wieder sehr hoch, ich hatte jedoch noch genügend Körner und Motivation um zu attackieren.

Noch einmal die letzten Körner mobilisieren: Der Zielsprint

Noch einmal die letzten Körner mobilisieren: Der Zielsprint

Auf dem letzten Kilometer konnte ich mich dann gemeinsam mit sieben weiteren Fahrern noch einmal absetzen und zum Sprint ansetzen. Dann kam etwas zu früh die erste Attacke, auf welche ich zwar direkt reagieren konnte, da ich leider keine optimale Ausgangssituation hatte, stand ich die letzten 300 m alleine im Wind. Dann kam die zweite Attacke von hinten und ich hatte Mühe zu reagieren, konnte jedoch noch einmal anziehen und dran bleiben. Mit über 65 km/h sprinteten wir über die Ziellinie, eine Zentimeterentscheidung. Erster wurde Wolfgang Witte (Radmitte Strassenteam) vor Michael Rademacher (team.ggu-software.com) und Fritjof Schubert (RSG Hannover), ich überquerte als insgesamt 5. die Zielinie. Für das Treppchen hat es dennoch gereicht, Platz 2 in der Masterklasse MK30 ist für mich auf jeden Fall ein guter Erfolg.

Stolz wie Oskar auf dem Podium

Stolz wie Oskar auf dem Podium

Nicht mit weniger Respekt, aber sicherlich mit mehr Erfahrung und dann auch in Bergbeißer-Outfit werde ich auch bei Rund um den Elm 2017 wieder an den Start gehen.

Lukas