Über Kölner Brücken zum P-Weg

Das Bergbeißer-Trio beim Gerolsteiner Brückenlauf in Köln

Das Bergbeißer-Trio beim Gerolsteiner Brückenlauf in Köln

An der Rheinpromenade entlang, über vier Brücken, die Kölner Altstadt im Nacken und die Großstadtkulisse dieser atemberaubenden Domstadt – der 35. Gerolsteiner Brückenlauf des ASV Köln hatte so einiges zu bieten. Mit seinen 15,4 km und seiner strategisch günstigen terminlichen Lage bot sich der Brückenlauf, der in Köln bereits Kult ist, perfekt für eine “kleine” Testrunde für den kommenden P-Weg Halbmarathon an. Genau deswegen habe ich mich zusammen mit Sven und Christoph am vergangenen Sonntagmorgen auf den Weg nach Köln begeben. Zu dem Zeitpunkt noch voller Freude, denn immerhin sollte es nicht nur ein super Event inklusive Gerolsteiner-Erfrischungsbogen werden, sondern auch das Wetter schien grandios zu werden. In diesem Moment ahnte ich allerdings noch nicht, dass es auch durchaus zu warm und zu sonnig für einen 15 km Lauf werden kann. Doch fangen wir von vorne an: Um 7 Uhr morgens ging es von Aachen aus los nach Köln. Schon jetzt zeigte das Thermometer meines Autos 18°C an. “Es wird ein perfekter Tag zum Laufen”, dachte ich noch voller naiver Vorfreude. Den anderen schien das gar nicht zu gefallen, aber was wissen die Jungs denn schon. Je höher die Sonne kam, desto wärmer wurde es und als wir in Köln ankamen, zeigte das Thermometer mittlerweile schon 22°C an – “Das wird klasse”.

Über 3300 Starter fiebern dem Startschuss entgegen

Über 3300 Starter fiebern dem Startschuss entgegen

In Köln erwartete uns direkt vor dem Deutschen Sport- und Olympiamuseum eine riesige Menschenmasse in weiß-hellblauen Trikots. Mit über 3.300 gemeldeten Läufern konnte der ASV Köln einen Rekord in den Teilnehmerzahlen verbuchen. Und genau diese Teilnehmer verbreiteten auch die Atmosphäre, die ich so sehr an Sportevents bewundere. Man muss nicht der durchtrainierteste Athlet mit Muskeln aus Stahl sein, es geht vielmehr um das “Dabei sein” als um das Gewinnen, wobei eine gute Zeit natürlich schon schön wäre. Jeder hatte vor dem Beginn richtig Lust, dass es endlich los geht. Und so erfasste auch mich diese Vorfreude, wobei ich zugeben muss, mir vorher doch noch kurz überlegt zu haben, lieber das direkt neben dem Start gelegene Schokoladenmuseum zu besuchen. Doch leider war das Schokoladenmuseum geschlossen und schließlich ging es ja um das Training für den P-Weg. Also dann einfach der Masse hinterher. Und das war gar nicht so einfach. Denn der Startbereich war recht schmal, die Läufer hinter mir schienen zu schnell zu sein und die Läufer vor mir zu langsam. Also hieß es Slalom-Laufen, um das eigene, richtige Tempo unbeeinflusst von den anderen Teilnehmern zu finden.

Sichtlich angestrengt trotzt Sven der Hitze

Sichtlich angestrengt trotzt Sven der Hitze

Als man das dann gefunden hat, ging es auch direkt über die erste Brücke, die Severinsbrücke, auf die rechtsrheinische Seite Kölns und von da aus auf zu der nächsten Brücke, der Hohenzollernbrücke, von wo aus man einen tollen Blick auf den Kölner Dom hatte. Aber ich widerstand dem ersten Impuls, mein Handy rauszuholen, um ein Foto zu machen, immerhin war ich auf keiner Sightseeing-Tour. Währenddessen waren Christopher und Sven aus meinem Sichtfeld verschwunden – lass die Jungs nur laufen. Ich dagegen fing an die Kilometer zu zählen und mich nach der nächsten Erfrischungsstation zu sehnen, von denen es leider zu wenige zu geben schien. Auch wenn die Strecke mit die abwechslungsreichste Strecke war, die ich je mitgelaufen bin, so konnte sie mich doch nicht von dem überhandnehmenden Schwindelgefühl und Kreislaufproblemen ablenken. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an die überaus nette Frau, die die von der Hitze geplagten, kurz vor dem Sonnenstich stehenden Läufern mit ihrem Gartenschlauch vor ihrer Haustür eine kleine Abkühlung anbot, die ich mehr als dankbar angenommen habe. Und auch der Gerolsteiner Refresh Bogen direkt nach der dritten Brücke, der Mühlheimer Brücke, sollte für eine angenehme Erfrischung von oben sorgen. Leider hatte ich das Gefühl, dass das Wasser regelrecht verdampfte, bevor es auf meinem Körper angekommen war.

Ehrgeizig kämpft sich Berit durch das große Teilnehmerfeld

Ehrgeizig kämpft sich Berit durch das große Teilnehmerfeld

Zum Abschluss ging es durch den Mühlheimer Hafen und den Rheinpark schließlich über die letzte Brücke, die Deutzer Brücke. Von hier aus sollten es nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel sein und doch kam es mir vor, als wollte die Strecke nie enden. Im Ziel angekommen und direkt von netten Rote-Kreuz Helfern in Empfang genommen breitete sich sofort die Erleichterung aus, es irgendwie ins Ziel geschafft zu haben. Meine Zeit von 01:52:21 Stunden lässt sich zwar nicht sonderlich gut sehen, aber ich bin dennoch froh, an dem Lauf teilgenommen zu haben – Wie war das noch gleich “Dabei sein ist alles”. Im Bereich der Zielverpflegung warteten neben unzähligen Flaschen Gerolsteiner, Müsliriegeln und frischen Kiwis auch Sven und Christoph auf mich.

Berit, Sven und Christoph freuen sich, es ins Ziel geschafft zu haben

Berit, Sven und Christoph freuen sich, es ins Ziel geschafft zu haben

Zu meiner Verwunderung sahen die Jungs eher so aus, als kämen sie gerade von einem Frühshoppen in der Kölner Altstadt als von der Hitzeschlacht, die ich gerade hinter mich gebracht hatte. Aber laut ihren Erzählungen trug das Bild. Letztendlich überwog bei uns drei Bergbeißern die Freude, dass wir es, unter Anfeuerungsrufen von Sportmoderator Tom Bartels, allesamt über die Ziellinie geschafft hatten. Für Sven und Christoph stoppte die Zeit nach 01:20:53 Stunden (Sven) bzw. 01:36:02 Stunden. Mein Fazit für diesen Lauf: Wunderschöne Strecke, schöne Kulisse und Sonne sind ja schön und gut, aber 34°C und 30°C im Schatten sind für einen 15km-langen Laufwettkampf dann vielleicht doch etwas zu viel. Ich hoffe nun nur noch, dass ich die Gedanken, die sich während des Kölner Brückenlaufes fortwährend in meinen Kopf geschlichen haben “Den P-Weg überstehe ich nie”, bis Samstag erfolgreich aus meinem Kopf verdrängen kann. In diesem Sinne: Auf in den nächsten Kampf.

Fotos: Gerolsteiner (2), Privat (3)