Zusammen mit Bike-MK durch das Ruhrgebiet

 

Im Frühling entschlossen sich die drei Bergbeißer Lucky, Hubsi und ich (Snowder), den Ruhrpott Cross in Angriff zu nehmen, von dem sie schon viel schönes und anstrengendes gehört hatten. Es sollte 150 Kilometer mit über 3000 Höhenmetern über Trails und knackige Anstiege durch das südliche Ruhrgebiet gehen, verteilt auf zwei Tage.

Ein Wochenende war schnell gefunden und wie es der Zufall wollte, entdeckte ich, dass die Kollegen von Bike-MK  an dem gleichen Wochenende die gleiche Tour planten. Kurzerhand schlossen wir uns den Rasern aus Herscheid und Umgebung an. Dietrich Herfel, der Sieger des „Bergzeitfahrens auf Korfu“, hatte sich bereits vor uns dort angemeldet, so dass die Tour mit vier Bergbeißern starten sollte.

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Hubert “Hubsi” Hohmann, Dietrich “Didi” Herfel, Martin “Snowder” Schneider und Helmut “Lucky” Luke tourten mit Freunden von Bike-MK durch den Pott

Am 21.Juni 2014 ging es in den frühen Morgenstunden los. Zunächst wurden Material und Mitfahrer nach Duisburg zum Hauptbahnhof gebracht. Die Fahrer brachten anschließend die Autos zum Ziel zum Hauptbahnhof nach Dortmund und kamen mit dem Zug wieder zurück zum Startort. Um 10 Uhr konnte sich der Tross bestehend aus 14 Fahrern dann endlich in Bewegung setzen.

Zügig ging es aus der Stadt heraus. Ein bis zwei Tourguides vorne weg, einer für alle Fälle immer hinten dran. Mit Funkgeräten und GPS ausgestattet führten uns die Guides an beiden Tagen sicher zum Ziel.

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Der Ritt über teils sehr technische Trails bereitete den Bikern großen Spaß

In den ersten Wäldern angekommen bestätigten sich unsere Befürchtungen. Unwetter Xynthia hatte ganze Landschaften verwüstet. Teils mussten wir umgestürzte Bäume weiträumig umfahren,  manchmal sogar umkehren und Alternativrouten wählen. Wenn die Bäume lagen und keine Gefahr bestand, haben wir diese auch über- und durchklettert. Unserem Spaß hat dies keinen Abbruch getan, unsere Durchschnittgeschwindigkeit  näherte sich allerdings der Geschwindigkeit eines Wanderers.  Trotzdem gab es noch zahlreiche Trails, die uns das Grinsen immer wieder ins Gesicht zauberten. Die Ruhr ständig in der  Nähe, kamen wir schließlich in Essen an, wo eine Mittagspause gemacht wurde. Entlang des Baldeneysee ging es weiter, bevor wir uns wieder in die Wälder zurückzogen. Die Berge sind zwar nicht so hoch wie im Sauerland, dafür sind es viele und dann teils sehr steil. Das Höhenprofil hat nicht nur 3-4 Zacken sondern sieht eher aus wie ein Kamm. In Hattingen angekommen ging es zunächst durch die Altstadt bevor wir uns zum Hotel nach Süd-Bochum auf den Weg machten, wo wir teilweise auch noch die Bikes schieben und tragen mussten. Nach 83 Kilometern, 1500Höhenmetern und 9 Stunden (Brutto-) Fahrzeit waren wir dann doch froh, absteigen zu können.

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Zwischendurch galt es sehr steile Anstiege zu bezwingen

Am Hotel angekommen wurden wir sehr liebevoll empfangen. Ein familiär geführtes kleines Hotel (Zum Neuling), welches man jederzeit weiterempfehlen kann. Der Chef machte extra für mich das Hallenbad auf, in dem ich noch ein paar Bahnen ziehen konnte (8×4 Meter).  Beim Abendessen hatten wir einen Raum nur für uns. Es war extra ein Fernseher für das Länderspiel Deutschland gegen Ghana aufgestellt worden, was wir dann bei leckerem Essen und Trinken verfolgen konnten. Noch während der zweiten Halbzeit gingen die ersten bereits ins Bett. Auch ich bin 20 Minuten nach dem Abpfiff zum Matratzenhorchdienst gegangen und das war auch gut so. Am nächsten Tag sollte es nach dem Frühstück um 9 Uhr weitergehen. Zum Abschied spielte der Hotelinhaber auf seiner Trompete im Innenhof des Hotels „Ja, wir san mim Radl do…“, während der Rest der Familie sich verabschiedete und wir in den zweiten Tag starten konnten. So etwas erlebt man nicht alle Tage.

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Die eine oder andere Pause hatten sich die Biker verdient

Zurück zur Ruhr und weiter bis zum Kemnader See ging es noch recht zügig. Dann wieder hinein in die Wälder und Berge und der Spaß kam zurück. Nach einer Mittagspause mit leichter Kost und reichlich Getränken (zumindest für mich), kamen wir dann nach 50 Kilometern zum Höhepunkt der Tour. Es begannen Passagen mit unzähligen Trails mit liebevoll erbauten Strecken mit kleinen Sprungschanzen und Anliegern, flowige Teilstücke, die ich aus dem Sauerland so nicht kannte. Das Glück erstreckte sich über einige Kilometer, bevor wir in die Vororte von Dortmund kamen. Entlang des Stadions der kleinen Borussia ging es dann  zum Parkplatz am Hauptbahnhof und nach etwa 7,5 Stunden (immer noch brutto), 63 Kilometern und weiteren 1500 Höhenmetern hatten wir das Ziel erreicht.

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Die Tour sorgte bei allen Teilnehmern für sichtlich großen Spaß

Glücklich und teilweise erschöpft ging es dann in den PKWs wieder zurück nach Plettenberg und Umgebung. Ganz großer Dank an die Kollegen von Bike-MK für die hervorragende Organisation, die unter diesen Umständen sicherlich einiges an Aufwand bedeutet hat. Und jetzt wird wieder fleißig trainiert, denn die 24h von Idstein und der P-Weg stehen bereits vor der Tür.

Viel Spaß beim Training und schöne Grüße aus Windhausen,

Snowder

Bilder: Martin Schneider / Bike-MK